Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.01.2019


Ski Alpin

Puelacher nach Luitz-Strafe: „Entscheidung viel zu spät“

Nach der Disqualifikation des deutschen Ski-Stars Stefan Luitz kritisiert Österreichs Herren-Chef Andreas Puelacher das Vorgehen der FIS.

Der Platz auf dem Siegerstuhl geht in Beaver Creek an Marcel Hirscher (l.) - der Deutsche Stefan Luitz (r.) verliert den Sieg samt ca. 40.000 Euro Preisgeld aufgrund der Verwendung von künstlichem Sauerstoff.

© gepaDer Platz auf dem Siegerstuhl geht in Beaver Creek an Marcel Hirscher (l.) - der Deutsche Stefan Luitz (r.) verliert den Sieg samt ca. 40.000 Euro Preisgeld aufgrund der Verwendung von künstlichem Sauerstoff.



Von Roman Stelzl

Adelboden – Nach 39 Tagen war es also so weit: Das lange erwartete Urteil zum umstrittenen Beaver-Creek-Sieg des deutschen Skirennläufers Stefan Luitz brachte die erwartete Disqualifikation mit sich. Aufgrund der Verwendung von künstlichem Sauerstoff zwischen den beiden Durchgängen erkannte der Ski-Weltverband (FIS) den Sieg ab. „Die Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff ist während des Wettbewerbszeitraums verboten (Art. 2.12 der Anti-Doping-Regeln der FIS)“, hieß es im offiziellen Statement.

Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher rückt nach und feiert damit am „grünen“ Tisch seinen 65. Weltcupsieg. Der 26-jährige Luitz verliert indes seinen ersten Erfolg wieder und dazu das satte Preisgeld von rund 40.000 Euro (45.000 Franken).

ÖSV-Herren-Chef Andreas Puelacher.
ÖSV-Herren-Chef Andreas Puelacher.
- gepa

Während sich die beiden Protagonisten ihrer Stimme enthielten, ärgerte sich Österreichs Herren-Chef Andreas Puelacher über die Vorgehensweise des Weltverbandes. „Die Entscheidung kam viel zu spät. Das war ein ganz klarer Regelverstoß. Wieso hat die FIS dafür so lange gebraucht?“, meinte der Sportliche Leiter der ÖSV-Herren.

Der Tiroler argumentierte mit dem raschen Vorgehen, das die FIS bei anderen Entscheidungen an den Tag legt: „Wenn es beim Skischuh nur kleine Unregelmäßigkeiten gibt, werden die Leute sofort disqualifiziert. Wir werden da genauso bestraft, da sollte es keine Unterschiede geben. Im Regelwerk steht ganz klar drinnen, dass die Verwendung von künstlichem Sauerstoff verboten ist. Was gibt es da noch zu überlegen?“

Die FIS ließ sich aufgrund der Unterschiede zwischen den Anti-Doping-Bestimmungen der WADA (Sauerstoff zugelassen) und ihrer eigenen länger Zeit. Zudem wurde dem deutschen Verband das Recht auf Einspruch eingeräumt. Es ist nun davon auszugehen, dass die Regelwerke kommende Saison angeglichen werden.

Der deutsche Skiverband (DSV) prüft nun gemeinsam mit Luitz’ Anwältin einen Gang vor den Sportgerichtshof CAS. Grundlage der Intervention soll die Benachteiligung von Stefan Luitz sein. Der ist bereits morgen im Weltcup-Riesentorlauf von Adelboden (SUI) im Einsatz.