Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.01.2019


EBEL

Trotz Personalnot vorerst kein neuer Spieler beim HCI

Die Haie rüsten im Kampf um ein Play-off-Ticket vorerst nicht nach. Für das Gastspiel bei den kriselnden Linzern droht morgen sogar eine Rumpftruppe.

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© gepa



Von Alex Gruber

Innsbruck – Sechs Siege aus den letzten acht Spielen haben die Haie wieder in Reichweite einer Rangverbesserung gebracht und nach dem jüngsten Abgang von Lubomir Stach (TCH) halten die Innsbrucker Haie sogar einen Legionärsplatz im Punktekontigent frei. Für das wichtige Wochenende in Linz (Freitag) und mit dem Heimspiel gegen Znojmo (Sonntag) müssen sich die Tiroler aber ohne weitere Neuerwerbungen und möglicherweise mit dem letzten Aufgebot auskommen.

Clemens Paulweber erlitt gegen Graz einen Cut am Ellbogen, musste genäht werden und kämpft mit Schmerzen: „Ich würde gerne die Zähn­e zusammenbeißen, aber es schaut nicht gut für das Wochen­ende aus“, hält das 22-jährige Eigengewächs fest. Hinter Ondrej Sedivy steht nach einer Becken­prellung weiter ein Fragezeichen. Fällt auch er aus, würden die Innsbrucker gerade einmal mit neun Angreifern zum so wichtigen Match in die Stahlstadt reisen.

Ein schnelles Engagement eines neuen Legionärs schloss HCI-Vorstand Norbert Ried aus wirtschaftlichen Gründen gestern aus: „Hunter Bishop ist kein Thema und auch zwei andere Angebote waren zu teuer. Unsere jungen Spieler, die zuletzt sehr gut waren, sollen jetzt mehr Eiszeit bekommen.“ Das ist grundsätzlich ein sehr lobenswerter Ansatz, fraglich erscheint nur der Zeitpunkt in dieser Saison. Denn es kracht und brennt so richtig an allen Ecken und Enden im Kampf um ein Play-off-Ticket.

Den Zehnten aus Innsbruck (52 Punkte) trennen vom Sechsten aus Fehervar (59) sieben Zähler, dazwischen herrscht beim Siebenten aus Linz (57) richtig Stress. Nach der Trennung von Coach Troy Ward fand das teuerste Black-Wings-Team aller Zeiten nicht in die Spur, auch Tirols Manager Christian Perthaler geriet unter Beschuss. Dass Linz nicht die Top sechs lösen kann, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Die Oberösterreicher bauen sich in den letzten sechs Runden im Grunddurchgang an fünf Heimspielen auf – allerdings hat man zuletzt vor dem treue­n, heimischen Anhang gleich reihenweise verloren.

Im Gegensatz zu den Haien kehrt morgen mit Jonathan D’Aversa möglicherweise ein Linzer Hochkaräter zurück. Jordan Hickmott bemüht sich um ein Comeback, dürfte angesichts der vollen Legionärs-Anzahl auf Sicht aber wohl eher auf der Tribüne landen. Der Kader der Black Wings ist im Gegensatz zu den Haien voll. Womit auch geklärt wäre, dass der weit größere Druck auf Seiten der Linzer lastet. Das ist ein schwacher Trost für Innsbrucks Headcoach Rob Pallin, der mit seinem Team unbedingt aufholen will. Youngster Lukas Bär sagt: „Ich freue mich über mehr Eiszeit, aber das Team steht immer im Vordergrund.“