Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.02.2019


Aare 2019

Venier als WM-Favoritin: „An das muss ich mich gewöhnen“

Als aktuelle Weltcupsiegerin und „Trainings-Schnellste“ richten sich heute in der Abfahrt (12.30 Uhr, ORF eins) alle Blicke auf die Oberperferin Stephanie Venier.

Stephanie Venier will ihre zweite WM-Medaille erobern.

© APAStephanie Venier will ihre zweite WM-Medaille erobern.



Aus Aare: Roman Stelzl

Aare – Beim Blick auf das gestrige Ergebnis der Herren-Abfahrt fiel etwas auf, das auch der Tirolerin Stephanie Venier Mut machen sollte: Die im Super-G arg gebeutelten Norwege­r Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal fuhren allen um die Ohren. Könnte das ein gutes Vorbild für die heutige Damen-Abfahrt (12.30 Uhr, live ORF eins) sein? „Das kann man nicht wirklich vergleichen. Aber es zeigt, dass sich bei der WM alles schnell ändern kann“, meinte die 25-jährige Oberperferin, die im Super-G ausgeschieden war.

Geändert hat sich auch das Leben der Speed-Spezialistin seit der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz, als Venier mit Silber eine der großen Überraschungen ablieferte. Dieser Status ist nun weg – und jenem der Favoritin gewichen. „Ich habe hier so viele Anfragen und Termine. Das ist eine ganz neue Situation, daran muss ich mich erst noch gewöhnen“, ergänzt­e Venie­r.

Schuld am neuen Rummel ist einerseits der Premieren-Weltcuperfolg auf der Kandahar-Piste von Garmisch im letzten Abfahrtsrennen vor der WM. Andererseits überzeugte auch die Bestzeit (mit Torfehler) im zweiten Trainingslauf. „Das Selbstbewusstsein ist nach dem Sieg natürlich groß. Und ich tu mir in der Abfahrt einfach leichter, zudem liegt mir das Gelände hier in Aare“, erzählte Venier, deren Schwester Bianca ebenso vor Ort ist wie der Freund und der Papa.

Daneben sind nach der Nichtnominierung der Mauracherin Ricarda Haaser (das gestrige Training fiel witterungsbedingt aus) drei Steirerinnen dabei. Die Abfahrts-Siegerinnen Nicole Schmidhofer und Ramona Siebenhofer sind nach der Super-G-Pleite ebenso heiß auf Edelmetall wie Tamara Tippler. Am besten nach norwegischem Vorbild.