Letztes Update am Sa, 16.02.2019 18:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aare 2019

ÖSV-Damen-Chef Kriechbaum: Bei vierten Plätzen „waren wir die Besten“

Zuletzt blieben die ÖSV-Damen 1982 bei der Heim-WM in Schladming ohne Medaille. Kriechbaum fürchtet keine Schröcksnadel-Reaktion.

Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum.

© gepaDamen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum.



Aare – Auch der letzte Damen-Einzelbewerb der alpinen Ski-WM in Aare ist ohne Medaille für Österreich zu Ende gegangen. Katharina Liensberger verpasste am Samstag als Slalom-Vierte um vier Zehntelsekunden Bronze. „Ich habe mein Bestes gegeben, alles versucht“, erklärte die Vorarlbergerin. Die WM war „reich an vierten Plätzen. Da waren wir die Besten“, stellte Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum fest.

„Es war zu wenig, dass es da aufs Podium reicht“, sagte Liensberger. „Ich habe mir schon im Ziel gedacht, dass es nicht reichen wird, weil es einfach kein fehlerfreier Lauf war. Ich habe sehr wohl Schwünge gehabt, die gut waren, aber es waren ein paar Hackler dabei. Für das sind einfach noch die anderen Läuferinnen zu stark. Da versucht jeder sein Bestes, jede möchte am Ende vom Tag die Schnellste sein.“

„Venier hätte auch gewinnen können“

Vor Liensberger hatten sich in Schweden auch Ramona Siebenhofer in der Kombination und Stephanie Venier in der Abfahrt mit einem vierten Platz arrangieren müssen. Den beiden fehlten jeweils vier Hundertstelsekunden auf die Bronzemedaille. Im Team Event gab es für Österreich mit Liensberger, Katharina Truppe und Franziska Gritsch immerhin Silber, was Kriechbaum doch als kleines Trostpflaster sah. Zuletzt ohne Medaille waren die ÖSV-Damen 1982 bei der Heim-WM in Schladming geblieben.

„Leider ist uns die Medaille nicht geglückt“, sagte der seit 2013 amtierende Kriechbaum. Ganz ohne Medaille sei die WM „Gott sei Dank nicht, weil wir im Teambewerb doch die Hälfte dazu beigesteuert haben. Also zumindest über das bin ich sehr, sehr froh. Von der Liensberger war es heute eine tolle Leistung, auch in der Kombination von der Siebenhofer. Bei der Venier wäre vielleicht das Alzerl mehr drinnen gewesen, sie hätte auch gewinnen können, logisch. Aber das ist so nicht geglückt“.

„Haben auch Fehler gemacht“

Mit den äußeren Umständen sei man nicht immer glücklich gewesen. „Die Abfahrt ist auch verkürzt worden“, merkte der Wahl-Tiroler in diesem Zusammenhang an. Es gehörten mehrere Faktoren dazu, so Kriechbaum. „Können, Glück, und auch am Tag X die beste Leistung abzurufen.“ Genau das sei in Aare nicht geglückt. Die Speed-Damen „haben auch Fehler gemacht, haben es nicht umsetzen können“, meinte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum.

Großereignisse würden manchmal eigenen Gesetzen gehorchen. „Wir haben oft genug Medaillen gemacht, wo man überhaupt nichts erwarten hat können, wo die Weltcup-Saisonen komplett in die Hose gegangen sind. Siehe Vancouver, oder auch vor zwei Jahren die WM in St. Moritz“, erläuterte Kriechbaum. Auch die Verletzten müsse man berücksichtigen. „Anna Veith wäre da im Super-G sicher sehr, sehr stark gewesen.“ Eine andere Nation würde so viele Ausfälle nicht verkraften.

Kein Zorn von Schröcksnadel befürchtet

Den Zorn von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel brauche er nicht zu fürchten, versicherte Kriechbaum. „Der Herr Präsident weiß genau, wie so etwas zustande kommt. Klar ist es nicht positiv, aber wir schauen jetzt, dass wir dort, wo wir im Weltcup noch was zu holen haben, die Konzentration darauf lenken. Das ist für uns extrem wichtig“, erklärte der ausgebildete Pädagoge. „Wir haben drei Läuferinnen im Abfahrts-Weltcup, die noch mitfahren können“, verwies er auf Schmidhofer (1.), Siebenhofer (2.) und Venier (4.). (APA)