Letztes Update am Sa, 02.03.2019 14:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seefeld 2019

Stadlober über 30 km ohne WM-Medaille, drittes Gold für Johaug

Die 26-jährige Salzburgerin, wegen einer Verkühlung verspätet in die WM gestartet, wurde am Samstag im 30-km-Skating-Rennen Achte.

Teresa Stadlober schlug sich wacker über die 30 Kilometer.

© APATeresa Stadlober schlug sich wacker über die 30 Kilometer.



Seefeld – Die nach turbulentem WM-Verlauf nur noch kleine Medaillenhoffnung von Langläuferin Teresa Stadlober beim Heimspiel in Seefeld hat sich nicht erfüllt. Die 26-Jährige hielt sich am Samstag im Skating-Massenstart über 30 km aber wacker und belegte drei Tage nach Ausbruch des Dopingskandals mit zwei ÖSV-Teamkollegen Rang acht. Gold sicherte sich in überlegener Manier und wie erwartet Therese Johaug.

Die Norwegerin jubelte über ihren dritten Titel in Seefeld. Für die 30-Jährige, vor dieser Saison aus einer 18-monatigen Dopingsperre zurückgekehrt, ist es insgesamt bereits der zehnte WM-Triumph. Mehr als eine halbe Minute hinter der Dominatorin sorgte Ingvild Flugstad Östberg für einen norwegischen Doppelsieg. Das Duo fixierte damit bereits drei Bewerbe vor Schluss mit 21 Medaillen (11-5-5) einen neuen WM-Allzeitrekord. 2015 in Falun hatte Norwegen 20 (11-4-5) geholt.

„Ich bin voll zufrieden“

Bronze ging einige Sekunden hinter Östberg an die erst 19-jährige WM-Entdeckung Frida Karlsson aus Schweden, die über 10 km klassisch sensationell Zweite hinter Johaug geworden war. In diesem Rennen hatte Stadlober nach einer Verkühlung in der ersten WM-Woche auch schon Rang acht belegt. Bei ihrem erklärten Highlight kam sie rund zwei Minuten hinter Johaug bzw. 1:20 Minuten hinter Bronze ins Ziel.

Norwegischer Doppelsieg: Seefeld Langläufig-Königin  Therese Johaug (l.) und Ingvild Flugstad Oestberg.
Norwegischer Doppelsieg: Seefeld Langläufig-Königin Therese Johaug (l.) und Ingvild Flugstad Oestberg.
- AFP

Das sei in Anbetracht ihrer schwierigen Saison nach der Erkrankung und den Ereignissen um das Herren-Duo ein Erfolg. „Ich bin voll zufrieden mit dem Rennen und auch der Platzierung“, sagte Stadlober, die in der letzten 3,75-km-Schleife den Anschluss an eine Dreiergruppe verloren hatte. „Ich habe zwischendurch immer kämpfen müssen bzw. war es ein Kampf bis zum Schluss. Auf der letzten Runde ist nichts mehr gegangen, aber ich bin happy.“

Insgesamt sei der Saisonhöhepunkt wie eine Achterbahnfahrt gewesen. „Das war WM mit Auf und Abs, so stellt man sich eine Heim-WM nicht vor. Die letzten Tage waren nicht einfach für das ganze Team. Ich habe schlaflose Nächte hinter mir, das ist nicht leicht auszublenden“, so die Radstädterin im ORF-Interview. Ihr Auftritt zum Abschluss vor 15.000 Zuschauern sei aber gelungen. „Ich wollte eine gute Show zeigen. Ich hoffe, es hat den Zuschauern gefallen, mir hat es gefallen. Es freut mich, dass so viele noch hinter mir stehen.“

Stadlober will Vorbild sein

Ihre achten Plätze seien auch ein wichtiges Signal an den Nachwuchs. „Ich hoffe, dass die Jungen sehen, das man so auch gute Leistungen bringen kann.“ Sie wolle eine Vorbild sein und glaube, dass die WM für sei eine Schritt in die richtige Richtung gewesen ist.

Auch Papa Alois Stadlober zeigte sich zufrieden. „Sie hat alles probiert, sie ist lange mitgegangen, hat alles richtig gemacht, die anderen waren einfach stärker“, meinte der Staffelweltmeister von Ramsau 1999 und ergänzte: „Sie ist auf einem sehr guten Weg, auf einem ehrlichen, sehr guten Weg.“

Stadlober (Bildmitte mit Startnummer 8) hielt lange mit den Top-Läuferinnen mit.
Stadlober (Bildmitte mit Startnummer 8) hielt lange mit den Top-Läuferinnen mit.
- APA

Johaug hatte wie erwartet von Beginn an kräftig Gas gegeben, dadurch wurde das Feld sofort zerrissen. Stadlober hielt sich zunächst aber bravourös in der schnell nur noch fünfköpfigen Spitzengruppe. Schon nach sieben Kilometern war Johaug nur noch alleine vorne, dahinter schlossen bald Östberg und die Schweizerin Nathalie von Siebenthal zu Stadlober, den Schwedinnen Karlsson, Ebba Andersson und der im kurzen Dress laufenden US-Amerikanerin Jessica Diggins auf.

Für die Vorentscheidung im Kampf um die weiteren Medaillen hinter Johaug sorgten dann Attacken unmittelbar nach dem Skiwechsel bei 18,75 km, den alle Topläuferinnen gleichzeitig in Anspruch nahmen. Karlsson griff im nächsten Anstieg erfolgreich an, auch Diggins und Östberg setzten sich von Stadlober und dem Rest der Verfolgergruppe ab. Stadlober musste später auch noch Andersson und Co. ziehen lassen.

Alleine auf weiter Flur lief hingegen Johaug zum nächsten Titel. „Mein Ziel war ein Gold, jetzt habe ich drei, ich bin wirklich glücklich. Ich habe mich vom Beginn an stark gefühlt“, meinte die Norwegerin. Die Atmosphäre mit vielen ihrer Landsleute an der Strecke sei unglaublich gewesen. „Das war eine großartige WM, ich bin wirklich beeindruckt von der Arbeit hier“, lobte der Topstar die Tiroler Veranstalter.

Stadlobers Teamkollegin und Sprintspezialistin Lisa Unterweger belegte mit über 13 Minuten Rückstand Rang 43.