Letztes Update am Mo, 11.03.2019 18:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1939 – 2019

Tiroler Rodel-Olympiasieger Feistmantl gestorben

Rodel-Olympiasieger Josef Feistmantl verstarb wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag. Der Tiroler entzündete 1976 in Innsbruck das olympische Feuer.

Josef Feistmantl bei der Eröffnung der Olympischen Jugend-Spiele in Innsbruck 2012.

© gepaJosef Feistmantl bei der Eröffnung der Olympischen Jugend-Spiele in Innsbruck 2012.



Innsbruck – Er war einer der größten Rennrodler Österreichs. Einer, auf den viele aufschauten. Am Sonntag ist Josef Feistmantl, zwei Wochen nach seinem 80. Geburtstag, verstorben. „Josef Feistmantl war aufgrund seiner Einstellung zum Sport ein absolutes Vorbild. Er hat mich in meinen Anfängen als Trainer maßgeblich beeinflusst und den Rodelsport nachhaltig geprägt“, erklärte ÖRV-Präsident Markus Prock. Der österreichische Rodelsport habe einen wahren Champion und großartigen Weggefährten verloren. „Unsere Gedanken gelten der Familie und Verwandtschaft.“

Feistmantl zählt zu den erfolgreichsten Athleten des Österreichischen Rodelverbandes. Er wurde 1964 in Innsbruck mit Manfred Stengl Olympiasieger im Doppelsitzer, 1969 Weltmeister im Einsitzer, dazu kamen zwei WM-Silber- und drei WM-Bronzemedaillen. Nach seiner Karriere war er von 1979 bis 1985 Sportlicher Leiter der Nationalmannschaft und viele Jahre lang im Präsidium des Fußballklubs FC Kufstein.

Feistmantl erhielt 1990 in Paris zudem den Olympischen Fair-Play-Preis: Bei der Rodel-WM 1969 in Königssee verunglückte Stanislaw Paczka­ tödlich. Feistmantl, der unmittelbar nach dem Polen gestartet war, wurde Weltmeister und überreichte die Goldmedaille der Familie des Verunglückten.

Eine große Ehre wurde ihm 1976 in Innsbruck zuteil, als er mit Christl Haas das olympische Feuer entzünden durfte. Auch bei den Jugendspielen 2012 sollte er am Bergisel die Flagge tragen. (TT)