Letztes Update am Sa, 16.03.2019 15:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordische Kombination

Gruber schrieb Kombi-Geschichte, Tiroler Greiderer erstmals am Podest

Mit seinem Erfolg in Schonach kürte sich Bernhard Gruber zum ältesten Sieger im Weltcup der Nordischen Kombinierer. Der Tiroler Lukas Greiderer musste sich erst im Zielsprint geschlagen geben.

Ausgepumpt und überglücklich: ÖSV-Kombinierer Bernhard Gruber.

© gepaAusgepumpt und überglücklich: ÖSV-Kombinierer Bernhard Gruber.



Schonach – Nach drei Medaillen bei der Heim-WM in Seefeld setzte Bernhard Gruber auch beim Weltcup-Finale in Schonach ein Ausrufezeichen. Der 36-Jährige feierte 0,6 Sekunden vor seinem ÖSV-Kollegen Lukas Greiderer seinen siebenten Weltcupsieg, den ersten seit mehr als drei Jahren. Weltmeister Jarl Magnus Riiber verlor im Finish den Kontakt zum ÖSV-Duo und wurde 9,6 Sekunden hinter dem „Vize“ Dritter.

Gruber hatte als Vierter des Springens eine gute Ausgangsposition vorgefunden und hielt sich mit Greiderer, der bei der WM nicht zum Einsatz gekommen war, ständig in der Spitzengruppe. Diese reduzierte sich auf der letzten Runde nicht zuletzt dank des hohen Tempos Grubers auf ein Trio und hielt die Verfolger auf Distanz. „In Seefeld habe ich gegen Jarl Magnus verloren, aber heute hatte ich am Schluss super Körner, es war genial“, freute sich Gruber. Er fühle sich auch am Saisonende noch sehr stark, sagte der Gasteiner im ZDF. „Ich habe noch genug Saft in den Oberarmen und Power in den Haxn.“ Gruber, der am 12. August 37 Jahre wird, löste den aktuellen ÖSV-Cotrainer Christoph Bieler als ältester Weltcupsieger ab.

Greiderer: „Zweiter Platz auch mega-cool“

Der Absamer Greiderer, der im Zielsprint nur knapp unterlag, erreichte seinen ersten Podestplatz der Karriere. „Ein Sieg wäre noch geiler gewesen, aber der zweite Platz ist auch mega-cool“, sagte der 25-jährige Tiroler.

Die Österreicher verhinderten damit einen Rekord des Weltcup-Gesamtsiegers Riiber, dem es nicht gelang, die Saisonbestmarke des Finnen Hannu Manninen von zwölf Siegen zu egalisieren. Gruber sorgte für den fünften ÖSV-Saisonerfolg nach je zwei Erfolgen des rekonvaleszenten Mario Seidl und von Franz-Josef Rehrl.

Der dreifache WM-Dritte Rehrl musste sich mit dem zwölften Rang begnügen, er hatte schon nach dem Springen bei stark unterschiedlichen Windbedingungen als 20. Rückstand gehabt. Der Ramsauer blieb damit in der Gesamtwertung Dritter, 39 Punkte hinter dem entthronten Pokalgewinner Akito Watabe aus Japan. (APA)

Weltcup der Nordischen Kombinierer in Schonach

1. Bernhard Gruber (AUT) 25:10,8 Minuten (4. im Springen/3. im Langlauf)

2. Lukas Greiderer (AUT) +0,6 Sekunden (7./2.)

3. Jarl Magnus Riiber (NOR) 9,8 (2./9.)

4. Vinzenz Geiger (GER) 23,5 (10./6.)

5. Ilkka Herola (FIN) 28,8 (12./8.)

6. Manuel Faißt (GER) 33,6 (5./12.)

7. Johannes Rydzek (GER) 40,2 (9./11.)

8. Antoine Gerard (FRA) 46,8 (21./4.)

9. Akito Watabe (JPN) 51,4 (13./13.)

Weiter: 12. Franz-Josef Rehrl 1:30,5 Min. (20./19.) - 14. Lukas Klapfer 1:32,7 (17./21.) - 17. Paul Gerstgraser 1:36,8 (11./23.) - 19. Wilhelm Denifl (alle AUT) 1:39,1 (25./15.)

Nicht für den Bewerb qualifiziert u.a.: Johannes Lamparter, Martin Fritz (beide AUT)

Weltcupstand nach 20 von 21 Bewerben: 1. J. M. Riiber 1.418 - 2. A. Watabe 848 - 3. Rehrl 809 - 4. Geiger 803 - 5. Rydzek 797 - 6. Mario Seidl (AUT) 729. Weiter: 13. Martin Fritz 372 - 15. Greiderer 313 - 16. Klapfer 305 - 17. Gruber 296 - 20. Denifl 251