Letztes Update am Sa, 23.03.2019 18:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Biathlon

Tiroler Biathlet Felix Leitner überraschte in der Oslo-Verfolgung

Felix Leitner schrammte hauchdünn an seinem ersten Karriere-Podest vorbei.Johannes Thingnes Bö ist nach seinem 15. Saisonsieg alleiniger Rekordhalter.

24 Stunden nach seinem zehnten Platz, der sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup markiert hatte, legte Leitner in eindrucksvoller Manier nach.

© gepa24 Stunden nach seinem zehnten Platz, der sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup markiert hatte, legte Leitner in eindrucksvoller Manier nach.



Oslo – Felix Leitner ist beim Saisonfinale der Biathleten in Oslo inmitten der Weltklasse angekommen. Der 22-jährige Tiroler sorgte beim Rekordsieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö als Verfolgungs-Vierter für die Überraschung des Tages. Der frühere dreifache Juniorenweltmeister nutzte seine gute Ausgangslage und brillierte als einziger im Feld mit einer fehlerfreien Schießleistung.

Nur 24 Stunden nach seinem zehnten Platz, der sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup markiert hatte, legte Leitner in eindrucksvoller Manier nach. Er sei „in so einem Flow drinnen“ gewesen, schilderte der Youngster, der nach dem letzten Schießen noch als Dritter auf die Loipe gegangen war. Dort fing ihn der routinierte Deutsche Arnd Peiffer noch ab und schob sich vier Sekunden vor dem Österreicher über die Ziellinie.

Restliche Österreicher konnten nicht mitmischen

Leitners Zufriedenheit schmälerte das keineswegs. „Ich konnte immer mitlaufen und habe versucht die Lücken zu schließen. Beim Schießen habe ich sauber gearbeitet und ist es mir voll aufgegangen.“ Die restlichen zwei fürs Jagdrennen qualifizierten ÖSV-Athleten, Julian Eberhard und Simon Eder, konnten im Spitzenfeld nicht mitmischen. Der Vortages-Vierte Eberhard musste schon nach dem ersten Liegend-Schießen und vier Fehlern jegliche Ambitionen auf einen Spitzenplatz begraben und klassierte sich mit insgesamt sechs Fehlschüssen auf Rang 16. Eder, im Gesamtweltcup als Achter bester Österreicher, wurde 29. (drei Strafrunden).

J. T. Bö, der bereits als Gesamtweltcupsieger festgestanden war, holte nach dem Sprint- nun auch den Verfolgungsweltcup. Viel mehr im Vordergrund stand am Samstag allerdings der 15. Saisonsieg des 25-Jährigen. Er ist nun an Saisonsiegen gemessen alleiniger Rekordmann vor dem langjährigen Dominator Martin Fourcade aus Frankreich (14). Dieser war nach verpatzter und frühzeitig abgebrochener Saison in Oslo nur Zaungast.

Kuzmina siegt in Oslo weiter, Hauser Elfte

Anastasiya Kuzmina hat beim Biathlon-Saisonfinale in Oslo erneut ihre späte Hochform unter Beweis gestellt. Die slowakische Olympiasiegerin setzte sich nach ihrem Sprint-Sieg am Vortag auch am Samstag in der Verfolgung durch. Sie traf alle 20 Scheiben und distanzierte die Zweite Denise Herrmann aus Deutschland dank schnellster Laufleistung um 1:42,8 Minuten. Dritte wurde die Schwedin Hanna Öberg.

Lisa Hauser lief im letzten Jagdrennen der Saison mit einer Strafrunde von Rang 26 auf Rang elf (2:55,4) vor. „Mit nur einem Fehler bin ich mit meiner Schießleistung voll zufrieden. Auch läuferisch war es in Ordnung, obwohl es auf der Strecke sehr zäh war, weil ich in der zweiten und dritten Runde viel alleine laufen musste. Das kostet bei diesem Gegenwind extrem viel Kraft“, wusste Hauser. Katharina Innerhofer erging es ähnlich, sie holte aber trotz dreier Fehler mit Rang 21 ihr bestes Saisonergebnis. (APA)