Letztes Update am Mo, 06.05.2019 08:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skispringen

Superadler Kofler und Schlierenzauer auf neuen Wegen

Skispringer Andreas Kofler wird heute wohl zurücktreten. Gregor Schlierenzauer sucht ein neues Team und spricht mit Werner Schuster.

Wohin führt die Reise für Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler?

© gepaWohin führt die Reise für Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler?



Von Susann Frank

Innsbruck – Zwei waren aus der glanzvollen Skisprungzeit der Superadler noch übrig: Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler. Beide versuchten, wieder an alte Erfolge anzuknöpfen, beide scheiterten. Bei der Heim-WM in Seefeld waren die Stubaier zum Zuschauen verdammt. Doch das ist Schnee von gestern.

Und was passiert heute und morgen mit den einstigen Medaillen-Sammlern? Der österreichische Ski-Verband ÖSV gibt heute die Kadereinteilung für die kommende Saison bekannt. Andreas Kofler wird wohl nirgends mehr aufscheinen. Innenminister Herbert Kickl lädt heute um 12.30 Uhr im Bundesministerium für Inneres zu einem Empfang mit dem Polizei-Spitzensportler. Ein Zeichen für einen Karriere-Rückzug des 34-Jährigen. In Wien soll der zweifache Team-Olympiasieger und Vierschanzentourneegewinner von 2010 auch erzählen, wo seine weitere Lebensreise hinführt. Der Familienvater hatte schon einmal angedeutet, sich auch eine Laufbahn als Trainer vorstellen zu können.

Während sich Kofler wohl zurückzieht, ist Schlierenzauer laut TT-Informationen auf der Suche nach einem neuen Team: seinem Team, das ihn zurück in die Erfolgsspur bringen soll. So beendete der 29-Jährige die Zusammenarbeit mit Hubert Neuper als Manager und seinem Pressebetreuer Julian Schreib. Laut übereinstimmenden Aussagen verhandelt der Rekord-Weltcupsieger mit Werner Schuster über eine Privat-Betreuung. Der Wahl-Mieminger Schuster hat nach einer sehr erfolgreichen Zeit als deutscher Cheftrainer das Amt zurückgelegt. Schlierenzauer verbindet mit dem 49-Jährigen seit der gemeinsamen Zeit am Schigymnasium Stams ein besonderes Band. Schuster selbst betonte im TT-Interview, dass Schlierenzauer ihn anrufen könne.

Ein eigenes Team zusammenzustellen, dürfte für Schlierenzauer aufgrund seiner Sponsoren und Preisgeldgewinne kein Problem sein. ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder betonte zum Ende der Saison, der „ÖSV hat noch nie jemanden wie Gregor fallen gelassen“. Auch wenn der Team-Olympiasieger und sechsfache Weltmeister durch fehlende Resultate jegliche Kaderzugehörigkeit beim ÖSV verloren habe. Weiter ist aus Schlierenzauers Umfeld zu hören: Sollte dieser ein geeignetes Team finden, werde der zweifache Gesamtweltcupsieger weitermachen. Bisher hat sich der Tiroler seine Zukunft ja offengelassen.

In der nahen Vergangenheit hatte Florian Liegl versucht, ihn mit Einzeltraining wieder zur Weltspitze heranzuführen. Aber in der kurzen Zeit im Winter war das dem damaligen Co-Trainer nicht geglückt. Liegl, dem nach der Saison nach eigenen Angaben „das Gas ausgegangen ist“, hatte das Amt zurückgelegt. Der Tiroler bleibt jedoch beim ÖSV. Er wird Chef des Stützpunktes Innsbruck. „Wir sind dort so ein großer Pool, dass es jemanden braucht, der alles organisiert“, sagte der 36-Jährige, dem die neue Herausforderung samt Trainingssteuerung „taugt“.