Letztes Update am Sa, 11.05.2019 09:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eishockey-WM

ÖEHV-Team spekuliert zum Auftakt mit Überraschung gegen Lettland

Österreich-Teamchef Roger Bader gibt sich zuversichtlich: „Wir sind sicher nicht chancenlos. Wenn wir eine gute Leistung abrufen, können wir sie schlagen.“

Haben Österreichs Eishockey-Cracks gleich zum WM-Start Grund zum Jubeln?

© gepaHaben Österreichs Eishockey-Cracks gleich zum WM-Start Grund zum Jubeln?



Bratislava – Mit einem Doppel innerhalb von 20 Stunden startet Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft am Wochenende in Bratislava in die A-WM. Während gegen Goldfavorit Russland am Sonntag (12.15 Uhr) wohl nichts zu holen sein wird, spekulieren die Österreicher im Auftaktmatch am Samstag (16.15 Uhr/beide live ORF Sport +) gegen Lettland mit einer Überraschung.

Teamchef Roger Bader ließ Lettland bei den abschließenden Testspielen in der Schweiz durch seinen Assistenten Markus Peintner beobachten. Die Letten bauen auf ein Gerüst von neun Spielern des KHL-Clubs Dinamo Riga, die eingespielt und hohes Tempo gewohnt sind. „Es gab letzte Rückschlüsse, weniger über die Spielweise, mehr was machen sie für einen Eindruck als Mannschaft. Das ist eine starke Mannschaft, aber das wussten wir schon“, meinte Bader, gab sich aber auch zuversichtlich. „Wir sind sicher nicht chancenlos. Wenn wir eine gute Leistung abrufen, können wir sie schlagen“, betonte der Schweizer.

Zuversichtlich stimmen das ÖEHV-Team auch die jüngsten WM-Duelle mit den Balten. 2013 in Helsinki gewann Österreich mit 6:3, 2015 in Prag gab es eine 1:2-Niederlage nach Verlängerung. „In Prag haben wir gezeigt, dass wir gegen sie gut spielen können“, erinnerte Dominique Heinrich an die starke Leistung vor vier Jahren. „Wir sind mit ihnen auf Augenhöhe, an einem guten Tag können wir Punkte holen“, ist der Verteidiger überzeugt.

Wer startet im rot-weiß-roten Tor?

Bader nannte am Donnerstagabend vorerst 16 Feldspieler und zwei Torhüter, vier Feldspieler folgen. Der zuletzt angeschlagene Raphael Herburger, Center der ersten Linie zwischen NHL-Profi Michael Raffl und Peter Schneider, konnte am Donnerstag voll trainieren und sollte fit sein. Offen ist, wem der Teamchef im Tor den Vorzug gibt. David Kickert und Bernhard Starkbaum werden sich die zwei Einsätze am ersten WM-Wochenende wohl teilen.

So wie Österreich hat auch Lettland drei Stürmer in der NHL und mit Rudolfs Balcers (Ottawa Senators) einen bei der WM dabei. Star Zemgus Girgensons (Buffalo Sabres) hat abgesagt, Teddy Blueger (Pittsburgh Penguins) ist verletzt. Und auch bei den Letten stellt sich die Frage nach dem Torhüter, weil der langjährige Rückhalt Elvis Merzlikins fast zwei Monate kein Spiel mehr bestritten hat. Der Lugano-Schlussmann, in der Schweiz zweimal Torhüter des Jahres, hatte Mitte März einen Vertrag bei den Columbus Blue Jackets unterschrieben, war aber nicht zum Einsatz gekommen.

Der Prominenteste des lettischen Teams, seit 1997 Stammgast in der A-WM, steht jedenfalls an der Bande: Bob Hartley. Der 58-jährige Kanadier hat Titel in der kanadischen Juniorenliga QMJHL, der nordamerikanischen AHL und in der Schweiz gewonnen und seine Karriere bereits 2001 mit dem Stanley Cup (Colorado Avalanche) und 2015 mit dem Jack Adams Award als bester Trainer der NHL gekrönt. Hartley hat die Letten im Vorjahr ins Viertelfinale geführt, wo erst gegen den späteren Weltmeister mit 2:3 knapp Endstation war. Heuer erreichte er mit Avangard Omsk in der länderübergreifenden russischen KHL das Finale um den Gagarin-Cup. (APA)