Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Ski Alpin

Tiroler Romed Baumann wechselt vom ÖSV nach Deutschland

Für den Wechsel von Romed Baumann gibt es grünes Licht sowohl von Seiten des ÖSV als auch des DSV. Nächste Woche entscheidet das Council des Ski-Weltverbandes FIS.

In jüngster Zeit hatte Romed Baumann im Ziel nur selten Grund zum Jubeln.

© gepa kelemenIn jüngster Zeit hatte Romed Baumann im Ziel nur selten Grund zum Jubeln.



Von Max Ischia

Innsbruck, Kiefersfelden – Als Romed Baumann Ende Februar nicht mehr im ÖSV-Aufgebot für die Speedrennen in Kvitfjell (NOR) aufschien, wusste der Routinier, was die Stunde wohl oder übel geschlagen hatte. Nicht nur, dass ein neuerlich äußerst durchwachsener Winter vorzeitig zu Ende gehen sollte, so deutete alles darauf hin, dass der Hochfilzner für den nächsten Winter in keinem ÖSV-Kader mehr aufscheinen würde. Sollte eine Karriere, die mit zwei Junioren-WM-Goldenen 2004 und 2006, Kombinations-Bronze bei der Heim-WM 2013 in Schladming und Team-Silber 2011 in Garmisch-Partenkirchen ihre Höhepunkte fand, derart sang- und klanglos enden? Nein, sagte sich zumindest der Hauptdarsteller. „Ich hatte und habe das Gefühl, dass es das noch nicht gewesen sein kann“, versicherte der 33-Jährige im TT-Telefonat.

Was aber tun in dieser scheinbar ausweglosen Misere? Zu den Deutschen wechseln, wie in den vergangenen Jahren immer wieder einmal gewitzelt worden war. Schließlich ist Baumann seit eineinhalb Jahrzehnten mit der Bayerin Vroni Eller, einst DSV-Jugendläuferin, liiert. Aus Spaß wurde Ernst, am 1. April (kein Scherz) schlossen die stolzen Eltern von Magdalena (3 Jahre) und Elisabeth (zwei Monate) den Bund fürs Leben. Angenehmer Nebeneffekt: Baumann ist seither Doppelstaatsbürger.

Schon zuvor hatte sich der zweifache Weltcupsieger (2009, 2012/jeweils Kombi) erst mit DSV-Alpinchef Wolfgang Maier und Neo-Cheftrainer Christian Schwaiger und dann auch mit den ÖSV-Verantwortlichen besprochen und von beiden Seiten grünes Licht bekommen. „Dafür bin ich auch dankbar, dass mir keine Steine in den Weg gelegt wurden.“ Jetzt liegt es am Council des Internationalen Skiverbandes (FIS), welches ab Dienstag in Dubrovnik (CRO) tagt. Eine „Ermessensentscheidung“, wie es Baumann nennt. „Da die beiden beteiligten Verbände zugestimmt haben, bin ich aber guter Hoffnung, dass es klappt.“ Und sich der Routinier in eine illustre Schar von österreichischen Skiläufern einfügt, die letztlich für eine andere Nation abgefahren sind. Wie u. a.: Marc Girardelli (ab 1976/Luxemburg), Claudia Riegler (1993/Neuseeland), Elfi Eder (1998/Grenada), Pepi Strobl (2004/Slowenien), Kilian Albrecht (2006/Bulgarien), Fritz Dopfer (2007/Deutschland).

Rein örtlich könnte es kaum verbindender sein. Familie Baumann hat sich in Kiefersfelden ein Haus gebaut, gute 500 m vom Hechtsee entfernt. Oder wie es Baumann ausdrückt: „Einfach auf der anderen Seite des Inn.“

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