Letztes Update am Di, 09.07.2019 13:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Doping-Affäre

Ex-ÖSV-Trainer von Innsbrucker Staatsanwaltschaft enthaftet

Über Gerald H. war im Zuge der Doping-Affäre rund um die Nordische Ski-WM in Seefeld die Untersuchungshaft verhängt worden. Nun zog die Staatsanwaltschaft den Haftantrag zurück.

Der Doping-Skandal hatte die WM in Seefeld erschüttert.

© ImagoDer Doping-Skandal hatte die WM in Seefeld erschüttert.



Innsbruck – Der ehemalige ÖSV-Skilanglauftrainer Gerald H., über den im Zuge der Doping-Affäre rund um die Nordische Ski-WM in Seefeld die Untersuchungshaft verhängt worden war, ist bereits vergangene Woche wieder enthaftet worden. „Die Staatsanwaltschaft hat den Haftantrag zurückgezogen“, sagte Landesgerichtssprecher Andreas Stutter am Dienstag zur APA.

Gerald H. habe bei einer ergänzenden Einvernahme „umfangreiche Angaben gemacht“, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr. „Damit ist der ursprüngliche Haftgrund der Verdunkelungsgefahr nicht mehr gegeben“, fügte Mayr hinzu.

Unter anderem von Dürr belastet

Dem ehemaligen Langlauftrainer wird vorgeworfen, Sportler aus verschiedenen Disziplinen beim Doping unterstützt zu haben. Am 24. Mai war er festgenommen worden, tags darauf verhängte das Innsbrucker Landesgericht die U-Haft über ihn. Die Staatsanwaltschaft begründete die Maßnahme damit, dass der Verdächtige keine weiteren Absprachen mit von ihm unterstützten Sportlern vornehmen könne. Außerdem hatte er zunächst von seinem Recht Gebrauch gemacht, keine Angaben zu machen.

H. wurde u.a. vom in den Blutdoping-Skandal verwickelten ehemaligen österreichischen Langläufer Johannes Dürr belastet. H. hatte 2017 den ÖSV verlassen, danach aber den Kontakt zu ÖSV-Sportlern gehalten. Erst im vergangenen März etwa trennte sich Biathlet Dominik Landertinger von H. Alpin-Rennläufer Hannes Reichelt, für den H. laut Reichelts Angaben seit 2005 Trainingspläne schrieb, war von den Behörden nach H.‘s Festnahme befragt worden. Reichelt beteuerte gegenüber dem ÖSV, er habe niemals unerlaubte Substanzen zu sich genommen und auch nie jemanden für die Beschaffung solcher beauftragt.

Bei der „Operation Aderlass“ handelt es sich um eine internationale Blutdopingaffäre, die vergangenen Februar während der Nordischen WM in Seefeld sowie in Deutschland losgetreten worden ist. Die Liste der mutmaßlich in den Blutdoping-Skandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen umfassen. 15 aus sieben Nationen – darunter die österreichischen Skilangläufer Max Hauke, Dominik Baldauf und Dürr sowie die Radsportler Georg Preidler und Stefan Denifl - sind schon bekannt. (APA)