Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.08.2019


EBEL

Im HCI-Tor quält sich neben einem Holzbautechniker ein Eigengewächs

Mit dem neuen Torhütergespann C. J. Motte (USA/27) und Rene Huber (21) läuft die Vorbereitung bei den Innsbrucker Haien auf Hochtouren.

Schärft seinen Blick für die kommenden Aufgaben im Haifischbecken - der neue Einser-Goalie C.J. Motte.

© Michael KristenSchärft seinen Blick für die kommenden Aufgaben im Haifischbecken - der neue Einser-Goalie C.J. Motte.



Von Alex Gruber

Connor James Motte — Der wichtigste Mann im Eishockey ist der Tormann. Das weiß auch der neue Haie-Rückhalt, der seine Brötchen in den vergangenen Jahren stets in der American Hockey League bzw. East Coast Hockey League verdiente. Da hatte er in der abgelaufenen Saison mit Angreifer Caleb Herbert einen weiteren HCI-Neuzugang als Gegner.

Die Zeit war mit 27 Jahren reif für den Sprung über den großen Teich. „Innsbruck und diese starke Liga sind für mich eine große Gelegenheit", diktiert C. J. Motte, der sich schon ein Bild von der schönen Innsbrucker Altstad­t gemacht hat. Den großen Druck kommentiert er nüchtern: „Ich will dem Team in jedem Spiel eine Chance geben, zu gewinnen. Manchmal hält man einen, den man nicht halten kann. Und dann läuft's umgekehrt. Es kommt ein Schuss und dann der nächste. Und ich will immer besser werden", kommentiert er seinen Job trocken professionell.

Dass er sich in Europa auf einen anderen Stil und größere Eisflächen einstellen muss, ist ihm bewusst: „Wenn mir das gelingt, kann es eine gute Saison werden." Die ersten Trainingseinheiten — „wir haben viele talentierte Spieler in unseren Reihen" — gaben einen Vorgeschmack. Abseits der Eisfläche spielt der Mann aus St. Claire (kleines Städtchen in Michigan) auch gerne Golf, flaniert in der Freizeit durch die Gassen und beschäftigt sich mit „wood work" — die Holzbautechnik hat es dem Instruction Manager angetan. Neben Tischen und Stühlen hat er auch schon Weinflaschenhalter angefertigt. Die Fingerkunst ist sein Eigen.

Rene Huber — Wenn nicht jetzt, wann dann", lautete das Motto beim jungen Haie-Eigengewächs, das in der letzten Saison für Eliteligist Zirl sowie Kitzbühel in der Alps Hockey League zwischen den Pfosten stand. Da war der 21-Jährige laut eigenen Angaben ein großes Stück zu schwer: „Ich habe über den Sommer fast 25 Kilo verloren — kein Alkohol, kein Fast Food, eine spezielle Ernährung. Viele fragen jetzt: Hey Hubsi, wo ist die andere Hälfte von dir?" Zum Leidwesen von Freundin Anj­a wurde sogar auf den Urlaub verzichtet.

„Ich habe ein klares Ziel", will der jüngere Bruder von Salzburg-Export Mario („Ich habe viel mit ihm gesprochen") auf Sicht in der Erste Bank Eishockeyliga zwischen den Pfosten stehen: „Gegen Mario wäre es natürlich besonders cool", zwinkert er mit den Augen, nachdem er die Massagebank in der Haie-Kabine verlassen hat. Den „Riesenunterschied", den es auf der höchsten Ebene gibt, gilt es in jeder Hinsicht Schritt für Schritt zu verdauen. Tormann-Trainer Mitch O'Keefe „ist eine große Hilfe", ebenso wie Vater Andreas, der im Transportunternehmen auf einen weiteren Sohn verzichten muss. Statt zur Arbeit geht Rene Huber jetzt frühmorgens in die Eishockeyhalle.