Letztes Update am Do, 15.08.2019 13:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bob- und Skeleton

„Bob, die Baustelle“ war einmal: Verband rüstet sich für Olympia

Kriegsbeile sind begraben, Löcher im Budget gestopft und ehrgeizige Ziele formuliert: Bob und Skeleton wollen Erfolgsschlagzeilen schreiben.

Der Sistranser Markus Treichl, zweifacher WM-Medaillengewinner im Junioren-Lager, hofft auf eine erfolgreiche Bob-Zukunft.

© gepaDer Sistranser Markus Treichl, zweifacher WM-Medaillengewinner im Junioren-Lager, hofft auf eine erfolgreiche Bob-Zukunft.



Von Florian Madl

Innsbruck – Es ist nicht so, dass alles glatt läuft: Die PR-Maßnahme, bei der Leichtathletik-Staatsmeisterschaft in Innsbruck Bob-Sprinter zu akquirieren, scheiterte an der Technik. „Unsere mobile Anschubanlage ging leider kaputt“, bedauerte Weltcup-Trainer Gerhard Rainer. 50.000 Euro Schaden für einen Verband, der finanziell zuletzt nicht auf Rosen gebettet war, das tut weh. Aber es sollte bei der gestrigen Präsentation der neuen Zielvorstellungen das Einzige bleiben, das Kopfweh bereitet. „Unsere Schulden sind zu 80 Prozent aufgearbeitet“, beruhigt der alte und neue Präsident Roman Schobesberger. In „ein, zwei Jahren“ wolle man die verbleibenden 100.000 Euro Außenstände abgearbeitet haben, in der Olympia-Saison 2022 könn­e man wieder aus dem Vollen schöpfen. Die Sportler könnten das sowieso, ihnen sollte es an nichts fehlen. Denn das Ziel mit dem neue­n Bob-Nationaltrainer Wolfgang Stampfer, ehemals Weltklassepilot aus Innsbruck, könnte nicht höher gesteckt sein. Schobesberger: „Wir wollen eine Olympia-Medaille!“ Dieses Vorhaben schließt freilich die Skeleton-Fraktion mit ein, die mit der Olympia-Vierten Janine Flock sowie Samuel Maier und Florian Auer drei Protagonisten umfasst.

Kooperation mit Guggenbergers Letten

Wie sehr man sich um Vergangenheitsbewältigung bemühte, zeigt die angedachte Kooperation mit Matthias Guggenberger. Der Lebensgefährte Flocks heuerte zwar als lettischer Nationaltrainer an und sorgte dabei auch für eine Trainingsgemeinschaft seiner Partnerin, nun soll allerdings auch das Herren-Duo Maier/Auer miteingeschlossen werden. „Wir arbeiten an einer gemeinsamen Lösung“, meinte Präsident Schobesberger.

Weitere Projekte

Lösungen soll es auch im Nachwuchsbereich geben: Mit Katrin Beier­l/Jennifer Onasanya hat man zwar die Juniorenweltmeister im heimischen Lager, mit dem Sistranser Markus Treichl raste zudem der zweifache Silbermedaillengewinner, aber langfristig müsse man sich um Nachwuchs bemühen. Im Skeletonbereich könnte Annia Unterscheider, 15-jährige Skeleton-Hoffnung aus Axams, eine sein. Und weil Sport keine Grenzen kennt, sucht auch der Alp­bachtaler Behindertensportler Andreas Kapfinger nach Gleichgesinnten für seinen Parabob.

Es tut sich etwas im Bob- und Skeletonlager, die „hohe Zeit“ ist frei nach Rainhard Fendrich längst nicht vorüber. Für die stand der am 10. Juli verstorbene Sepp Haid­acher Pate, sein Erbe treten ehemalige Wegbegleiter wie Bobproduzent Hannes Wallner an. Das Credo des Vizepräsidenten: „Wir haben zwar nicht das Geld, um mit großen Nationen zu konkurrieren, aber das Know-how.“

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