Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.08.2019


EBEL

Freundlich zeigt sich Neo-HCI-Crack Cuma nur abseits der Eisfläche

Im zweiten Testspiel trifft der HCI heute (19.15 Uhr) auf die Ravensburg Towerstars – dabei will auch Neo-Verteidiger Tyler Cuma aufzeigen.

So kennt man ihn: Tyler Cuma, im Dress der Capitals, gegen den nunmehrigen Ex-Hai Benni Schennach.

© gepaSo kennt man ihn: Tyler Cuma, im Dress der Capitals, gegen den nunmehrigen Ex-Hai Benni Schennach.



Von Tobias Waidhofer

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Innsbruck – Was hat der neue Haie-Verteidiger Tyler Cuma mit Stars wie Schauspieler Mike Myers (u. a. Austin Powers), R’n’B-Sänger The Weeknd oder Stanley-Cup-Gewinnern wie Devante Smith-Pelly oder Mike Ricci gemeinsam? Sie alle stammen aus Scarborough – dem östlichsten Bezirk der kanadischen Metropole Toronto – und damit aus einer echten Hockey-Stadt. Genau dort stand der 29-Jährige vergangenes Jahr verletzungsbedingt nur als Trainer mit Kindern auf dem Eis: „Ich brauchte ein bisschen Zeit, meinen Körper heilen zu lassen.“ Aber die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) habe er nie aus den Augen verloren. „Ich habe alles vermisst: die Jungs, die Kabine, die Spiele ...“, seufzte der Doppelstaatsbürger gestern in den Katakomben der Tiwag-Arena nach einer Leidenszeit, die nun endgültig vorüber scheint.

„Ich wollte unbedingt noch eine Chance und habe den ganzen Sommer über hart gearbeitet“, erinnert sich der Austro-Kanadier an „ein schwieriges Jahr“. Von Coach Rob Pallin bekommt der passionierte Defensivspieler („Mir geht es nicht um Punkte, meine Aufgabe ist es, dass wir so wenig Tore wie möglich bekommen“) nun das erhoffte Vertrauen. Es sei großartig, hier in Innsbruck zu sein, „Wir haben ein schnelles Team, das viel arbeitet. Wir werden einige Teams überraschen“, ist Cuma überzeugt.

Und einem wie ihm, der bereits vier EBEL-Saisonen (drei mit Wien, eine mit Graz) in den Kufen hat, ist man geneigt zu glauben. Der Meistertitel mit den Wienern 2017 zählt so wie die Goldmedaille bei der U18-WM 2008 – unter anderem gemeinsam mit Taylor Hall (2018 wertvollster Grunddurchgang-Spieler in der in der NHL) – zu seinen Karriere-Highlights. „Wir wollten einen Verteidiger, der hart in den Zweikämpfen agiert und defensive Stärken mitbringt“, meinte Rob Pallin. So einen scheint der Coach mit Cuma, der sich als Gegner in der Tiwag-Arena auch das ein oder andere Mal den Unmut der Haie-Fans zugezogen hatte, offensichtlich gefunden zu haben. „Am Eis kenne ich keine Freunde“, bestätigte der Kanadier, der von Minnesota Wild für die NHL gedraftet wurde, allerdings ohne Einsatz blieb.

Abseits des Eis-Ovals präsentiert sich der zweifache Familienvater aber streichelweich und überaus freundlich. Im Innsbrucker Stadtteil Pradl fühle er sich gemeinsam mit Frau Alyssa und den beiden Kindern bereits pudelwohl. Sohn Jameson (6 Jahre) wird im September eingeschult. „Es ist wunderschön hier. Außerdem bin ich in 15 Minuten zu Fuß bei der Eishalle.“ Auch heute wird Cuma wieder Richtung Tiwag-Arena schreiten, denn um 19.15 Uhr empfangen die Haie den deutschen Zweitliga-Meister Ravensburg zum Test. „Ravensburg hat eine gute Mannschaft. Wir wollen den Blick aber nicht zu sehr auf den Gegner legen, vielmehr gilt es unser eigenes Spiel zu verbessern und den nächsten Schritt zu machen“, meinte Coach Pallin. Den ersten hatten die Haie bereits gegen Bietigheim (2:1) gesetzt. „Gutes Umschaltspiel sowie sehr viel Herz und Leidenschaft“ erkannte Pallin, der heute bis auf Youngster Lukas Jaunegg aus dem Vollen schöpfen kann. Und eines scheint sicher: Tyler Cuma wird in den Reihen der Ravensburger heute keine neuen Freunde finden ...