Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


80. Geburtstag

Rundes Jubiläum für den Tiroler Ski-Pionier Heinrich Messner

Mit dem Tiroler Heinrich Messner wurde der erste Sieger in der Geschichte des Ski-Weltcups dieser Tage 80 Jahre alt.

Der Tiroler Ski-Pionier und Jubilar Heinrich Messner mit Ehefrau Edith und der Siegertrophäe für den ersten Weltcupsieg 1967.

© Rudy de Moor / TTDer Tiroler Ski-Pionier und Jubilar Heinrich Messner mit Ehefrau Edith und der Siegertrophäe für den ersten Weltcupsieg 1967.



Von Roman Stelzl

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Steinach am Brenner – Heinrich „Heini“ Messner in den eigenen vier Wänden anzutreffen, scheint nicht einfach zu sein. Der Tiroler Ski-Pionier, der auch mit 80 Jahren nicht ruhig wurde, steht auf dem Golfplatz, fährt mit dem Mountainbike oder bewältigt gerade einen Klettersteig. „Langweilig wird ihm nicht. Zum Glück geht es ihm gesundheitlich so gut, dass er all das noch machen kann, was er machen will“, sagt Ehefrau Edith, die mit dem ersten Weltcupsieger der Ski-Geschichte (1967) und zweifachen Olympia-Dritten (1968 im Riesentorlauf, 1972 in der Abfahrt) in Steinach am Brenner lebt.

Und ein Mann, der die Berge so liebt, musste seinen 80. Geburtstag am vergangenen Sonntag in den Bergen feiern. Wo sonst? Rund 30 Leute aus dem engsten Familien- und Bekanntenkreis, darunter sein ehemaligen Betreuer Egon Schöpf und ÖSV-Medienchef Joe Schmid, feierten mit Messner auf der Sattelalm den „Runden“. Zur Feier des Tages wurde ein kleines Golfturnier veranstaltet. „Nichts Großes, eher so zum Spaß. Es war ein schönes Fest“, sagt Edith Messner.

1968 kurvte im Riesentorlauf Heinrich Messner zu Olympia-Bronze.
1968 kurvte im Riesentorlauf Heinrich Messner zu Olympia-Bronze.
- imago sportfotodienst

Heute, an dem Tag, an dem sich alles um Marcel Hirscher dreht, erinnern sich nur noch wenige an die Zeiten vor 53 Jahren, als der Obernberger ein Stückchen Wintersport-Geschichte schrieb. In Berchtesgaden fuhr der Skitouren-Liebhaber, der drei Minuten von den Pisten der Bergeralm entfernt lebt, am 5. Jänner 1967 im ersten Weltcup-Slalom zum Sieg. Fünf Hundertstelsekunden entschieden damals für Messner, Frankreichs Legende Jean-Claude Killy landete auf dem vierten Rang, Karl Schranz wurde Siebenter.

Preisgeld gab es damals keines für den späteren Skischul-Betreiber, dem Neffe Georg nachfolgte. Belohnt wurde der spätere Gesamtweltcup-Zweite dafür auf andere Weise. „Bei der Siegerehrung gab es ein Bussi von Uschi Glas, die war ein aufstrebender Star“, erinnert sich Messner, dessen Laufbahn im Alter von 33 Jahren endete.

Damals sorgte der Tiroler für ein Novum, ging er doch mit 2,05 Meter langen Latten an den Start. Eine kleine Revolution im Gegensatz zu den bis dahin längeren Ski, die heute im Weltcup fast einen halben Meter kürzer sind. „Zwei Wochen nach meinem Sieg hatten dann alle kürzere Ski“, denkt Messner zurück, der sich ebenso als Erfinder der gebogenen Abfahrtsstöcke sieht („Das haben dann auch alle nachgemacht“).

Insgesamt 16 Podestplätze sollte Messner im Weltcup noch einfahren, dazu kamen Siege in der Lauberhorn-Kombination sowie den Kandahar-Rennen in Sestriere. Im Anschluss betreute der Wipptaler das österreichische Ski-Damenteam. Immer mit neuen Ideen und Tatendrang. Das hat sich auch bis heute nicht geändert.