Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.09.2019


Biathlon

Landertinger: „Mir fehlen zwei Prozent auf die Weltspitze“

Der Tiroler Biathlet Dominik Landertinger (31) stellt nach einer mageren Saison sein System auf den Kopf.

Im Training erhöht ?Landi? künftig die Intensität.

© smprIm Training erhöht ?Landi? künftig die Intensität.



Von Florian Madl

Hochfilzen – Die Ruhe in Person war Dominik Landertinger immer (31). Deshalb stuft der Hochfilzener auch den jüngst errungenen vierten Platz bei der Österreichischen Meisterschaft (Skiroller) eher als Randnotiz ein – er kann, das weiß man, mehr.

Dominik Landertinger auf sportlichen Abwegen: Der Hochfilzener macht nicht nur in der Loipe eine gute Figur, sondern auch auf dem Bike oder beim Trockentraining.
Dominik Landertinger auf sportlichen Abwegen: Der Hochfilzener macht nicht nur in der Loipe eine gute Figur, sondern auch auf dem Bike oder beim Trockentraining.
- smpr

Mit seinem Sohn, erst wenige Monate alt, verschob sich seine Prioritätenliste: „Ich dachte nicht, dass das so schön sein könnte“, meinte der sympathische Biathlon-Weltmeister von 2009. Doch neben der privaten Neuorientierung stellte sich zuletzt auch eine sportliche ein, denn die vergangene Saison war keine, auf die „Landi“ besonders stolz wäre. Das Motto: „weg von den großen Umfängen, hin zu mehr Intensität so wie früher“.

Die ersten Schritte wurden bereits gesetzt. Und kürzlich hatte sich der Tiroler zudem mit seinen Kollegen im Südtiroler Martell eingefunden, um dort das Höhentraining zu forcieren. Ein notwendiger Schritt im Hinblick auf die WM 2020 in Antholz: „Mir fehlen, was das Läuferische anbelangt, zwei Prozent auf das Weltcup-Podium“, rechnet Landertinger vor. Dabei orientiert er sich weniger an Johannes Thingnes Bö, dem alles dominierenden Norweger, der in einer eigenen Liga unterwegs ist. Aber den Anspruch, ganz vorne zu landen, hat auch Landertinger. Den adelte der mittlerweile zurückgetretene Ole Einar Björndalen (NOR) einmal als legitimen Nachfolger – ein Ritterschlag. Und Björndalen ist es auch, der Dominik Landertinger viel Respekt abnötigt. Grund: dessen jüngstes Projekt, mit Gattin Darja Domratschewa den chinesischen Biathleten im Hinblick auf Olympia 2022 unter die Arme zu greifen: „Ole macht das nicht des Geldes wegen, ich finde es cool.“ Björndalen habe in seiner Karriere bereits genug verdient, sei aber ein Besessener seines Sports und könnte im Reich der Mitte allerhand bewegen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.