Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


EBEL

Erst der KAC, dann die Capitals: Haie wollen der Papierform trotzen

Das Heimdoppel gegen Meister KAC (Freitag/19.15 Uhr) und die Vienna Capitals (Samstag, 17.30) liest sich für die Innsbrucker Haie wie eine „Mission impossible“. Ein erster Saisonsieg könnte viel Kraft verleihen.

Die Haie um Mike Boivin, John Lammers, Jan Lattner und Ondrej Sedivy (v. l.) rücken am Freitag aus, um dem KAC Schmerzen zu bereiten.

© gepaDie Haie um Mike Boivin, John Lammers, Jan Lattner und Ondrej Sedivy (v. l.) rücken am Freitag aus, um dem KAC Schmerzen zu bereiten.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Wo ein Wille, da ein Weg. Das bestätigte zuletzt die Aufholjagd in Fehervar, wo sich die Haie trotz eines 2:5-Rückstandes bei der 6:7-Overtime-Niederlage noch einen Zähler schnappten. Der Glaube kann am Freitag gegen den regierenden Champion aber wohl nur dann Berge versetzen, wenn Goalie C.J. Motte auf seinem Posten ist.

Denn der KAC, der in der Liga punktemäßig noch nicht im Soll ist, kann neben Meistergoalie Lars Haugen auch vier komplette Linien aufweisen. In der vierten greift der Ex-Nachwuchshai Marcel Witting an, in einer anderen verteidigt der Osttiroler Clemens Unterweger. Die Breite spricht für die Kärntner Rotjacken, bei denen dank Milliardärin Heidi Horten ja schon lange Milch und Honig fließen.

Die „armen" Haie können nur auf ihre Arbeiter-Mentalität bauen. „Wechsel für Wechsel", wie HCI-Kapitän Tyler Spurgeon immer wieder betont. „Um die Arbeitsauffassung in unserer Gruppe muss man sich keinen einzigen Tag Sorgen machen. Die Energie ist immer da", gab er nach dem Abschlusstraining am Donnerstag zu Protokoll. Die angeschlagenen Verteidiger Flo Pedevilla und Mike Boivin wollen die Zähne zusammenbeißen — damit man eben diese dem KAC zeigen kann.

Die Haie-Bank um Cheftrainer Rob Pallin und seinen Co. Mitch O'Keefe muss angesichts der fehlenden Kadertiefe geschickt mit den eigenen Kräften spielen. Im Wissen, dass man bei einem Sieg gegen den KAC oder auch die Vienna Capitals so oder so über sich hinauswachsen muss.

„Wir wollen in erster Linie unser Spiel vorantreiben und unseren Weg finden. Aber natürlich brauchen wir auch Punkte", notiert Spurgeon. Im Duell „arm gegen reich" kann Unterstützung auch von den Rängen der Tiwag-Arena kommen. Rob Pallin krempelt die Ärmel hoch: „Wir wissen, was uns erwartet, und wir freuen uns darauf. Warum auch nicht? Wir wollen unseren nächsten Schritt setzen und endlich dick anschreiben. Natürlich sind wir Außenseiter, aber diese Rolle stört mich nicht." Und außerdem gibt's ja auch den Slogan „Impossible is nothing — nichts ist unmöglich."




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