Letztes Update am So, 13.10.2019 20:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Die Siegesserie der Haie fand beim 2:8 gegen Salzburg ein bitteres Ende

Salzburg kann also doch gegen den HCI gewinnen. Die Haie schlitterten nach einem schlimmen Schlussdrittel in eine empfindliche 2:8-Pleite.

Die HCI-Defensive stemmte sich vergebens gegen die deutliche Niederlage gegen Salzburg.

© gepaDie HCI-Defensive stemmte sich vergebens gegen die deutliche Niederlage gegen Salzburg.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Lange durfte der HC Innsbruck am Sonntag vor 2500 Zuschauern in der Tiwag-Arena vom vierten Sieg in Folge träumen. Doch ein Doppelschlag von Tabellenführer Salzburg innerhalb von 40 Sekunden sollte im zweiten Abschnitt den Anfang vom Ende bedeuten.

Aber noch einmal von vorne: Dass der HC Innsbruck stark auf Rückschläge reagiert, hatte sich in den vergangenen Wochen in einigen Aufholjagden manifestiert. Auch beim Westderby gegen Salzburg ließen sich die Tiroler von einem Schlag in die Magengrube nicht aus der Ruhe bringen: Im zweiten Powerplay (das nach einem angeblichen Bandencheck von Jan Lattner schmeichelhaft für die Bullen war) fälschte Flo Pedevilla einen Hughes-Querpass zum 0:1 ab (16.).

Die Haie-Antwort hatte aber Klasse und Moral: Zuerst fälschte Sedivy einen Broda-Schuss 34 Sekunden nach dem 0:1 zum Ausgleich ab. Wieder eine Zeigerumdrehung später war es John Lammers, der seinem Spitznamen „The Shooter“ im Powerplay gerecht wurde (17.). Binnen 93 Sekunden hatten die Haie das Spiel gedreht. Die 2:1-Führung war Balsam für die Seele.

Doch der zweite Abschnitt sollte gleich den nächsten Rückschlag mit sich bringen, weil Thomas Raffl ein Geschenk der Tiroler Defensive dankend zum 2:2 annahm (23.). Sedivy und Broda vergaben dann auf der anderen Seite die Chance zum 3:2 für die Haie. In einem temporeichen Spiel ging es hin und her, es war wieder viel „Hollywood“ dabei. Auch bei einem starken Powerplay blieb Caleb Herbert die Führung verwehrt. Aber die Salzburger mit den drei Tirolern Mario Huber, Nico Feldner und Daniel Jakubitzka präsentierten sich immer gefährlich.

Deshalb schien das 2:3 durch einen verwerteten Raffl-Penalty nach Vallant-Foul keine Überraschung. Viel schlimmer war das 2:4 40 Sekunden später, weil Mike Boivin den Bullen den Treffer quasi auf dem Silbertablett servierte. Und wenn man kein Glück hat, kommt oft Pech dazu: Drei Sekunden vor der Drittelsirene traf Spurgeon mit dem Schlittschuh zum vermeintlichen 3:4, doch ausgerechnet der Tiroler Schiri Manuel Nikolic verweigerte dem Treffer nach Videostudium die Anerkennung.

Was die Haie jetzt brauchten, war ein schneller Treffer, und Joel Broda klopfte mit einem Lattenschuss in der 43. Minute gleich an. Auf der anderen Seite verhinderte C. J. Motte (hielt nur 70 Prozent der Schüsse) gegen Raffl einen Gegentreffer. Doch der Nationalspieler zielte eine Minute später genauer und traf zum 2:5 (45.). Nun war das Match gelaufen. Es folgten drei weitere Gegentore (u. a. traf der Tiroler Mario Huber) und eine klare 2:8-Pleite.