Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.10.2019


Innsbruck-Land

Eishockey-Akademie soll in Telfs für Furore sorgen

Der neu gegründete Verein Telfs Knights und die Telfer Sport-HAK wollen schrittweise ein Leistungszentrum für Eishockey-Talente aufbauen.

Die Kampfmannschaft der Telfs Knights startet heuer, als komplett neuer Verein, in der Tiroler Liga durch. Zugleich will der Verein zusammen mit der „eco Telfs“ einen Akademiebetrieb etablieren.

© Telfs KnightsDie Kampfmannschaft der Telfs Knights startet heuer, als komplett neuer Verein, in der Tiroler Liga durch. Zugleich will der Verein zusammen mit der „eco Telfs“ einen Akademiebetrieb etablieren.



Von Michael Domanig

Telfs – In puncto Eishockey ist in Telfs derzeit viel in Bewegung: Der Verein Telfs Knights, heuer neu gegründet, bringt den schnellsten Mannschaftssport der Welt nach rund zehnjähriger Absenz zurück in Tirols drittgrößte Gemeinde. Die Kampfmannschaft tritt gleich in der Tiroler Liga, dem Nachfolger der Eishockey-Eliteliga, an. Die lange erwartete Heimpremie­re in der Telfer Kuppelarena steigt am 2. November um 19 Uhr gegen die WSG Swarovski Wattens-Penguins.

Daneben verfolgen die Telfer „Eisritter“ aber noch ein anderes großes Ziel – professionelle Nachwuchsförderung. Gemeinsam mit der 2018 gestarteten fünfjährigen „HAK für Sport-und Eventmanagement“ an der Telfer Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule („eco Telfs“) möchte der Verein schrittweise ein Leistungszentrum für Eishockey aufbauen.

Der endgültige Beschluss, dieses Schulprojekt zu starten, fiel erst im Juni, in den letzten Monaten hatten die Telfs Knights alle Hände voll zu tun, um die Eckpfeiler sicherzustellen. Grundgedanke ist, dass die Jugendlichen parallel zu ihrer schulischen Ausbildung den Eishockey-Sport auf hohem Niveau ausüben können.

Mit zwei Eishockey-Spielern an der HAK fällt der Start heuer noch bescheiden aus. „Wir sehen das heurige Jahr als Aufbaujahr und hoffen in weiterer Folge auf viele Interessierte“, betont Florian Hirn, Headcoach der Kampfmannschaft. Ziel sei es, einen richtigen Akademiebetrieb mit ausreichend Spielern aufzubauen, um irgendwann eine ganze Klasse zu füllen. „Das wird auf jeden Fall ein mehrjähriger Prozess sein. Und es wird dann auch jemanden brauchen, der das hauptberuflich übernimmt.“ Die künftigen Schüler könnten dann eventuell im Heim in Stams übernachten, dazu laufen laut Hirn bereits Vorgespräche. Es sei sicher ein „schwieriger Weg“, aber Telfs habe hinsichtlich Infrastruktur sehr viel zu bieten – mit zwei Eishallen (darunter die Ganzjahres-Eishalle, die Voraussetzung für einen Akademiebetrieb sei) und eben einer HAK mit Sport-Schwerpunkt.

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Um an den Schultrainingseinheiten der Telfs Knights, geleitet von Martin Praxmarer, teilnehmen zu können, müssen die Eishockey-Talente übrigens nicht ihren allfälligen Heimatverein verlassen. Natürlich hoffe man aber, Akademiespieler für die Telfer Kampfmannschaft zu gewinnen, sagt Hirn. Das erste Testspiel gegen Mils sei zwar „sportlich bescheiden“ gewesen, die 150 bis 200 Zuschauer seien aber Beweis genug, „dass sehr wohl reges Interesse besteht“.

Auch beim Nachwuchs läuft der Trainingsbetrieb bereits. Die Telfs Knights haben eine „Laufschule“ für Drei- bis Zehnjährige gestartet, sieben Trainer (darunter Spieler der Kampfmannschaft) kümmern sich um die Kinder. Sie sollen so relativ rasch an den Verein herangeführt werden. Auch eine U7- und eine U9-Mannschaft wurden gemeldet.

Die Sport-HAK hat 2018 mit einer ersten Klasse Fahrt aufgenommen, heuer ist eine weitere Klasse gestartet. „26 Schüler haben die sportliche Aufnahmeprüfung bestanden“, berichtet Direktor Erwin Abfalterer. Am Dienstag und Donnerstag werden die Schüler für das Frühtraining bei ihren Vereinen freigestellt – für diejenigen, die nicht von Klubs betreut werden, gibt es reguläre Sportstunden. „Die Fußballer haben das Konzept schon gut angenommen, ich hoffe, dass das Angebot auch für Eishockey-Spieler attraktiv ist“, sagt Abfalterer. Den Aufbau einer Eishockey-Akademie (Projektpartner auf Schulseite ist Professor Phi­lipp Hütter) hält Abfalterer für „durchaus realistisch“. Details unter www.telfs-knights.com.