Letztes Update am Di, 29.10.2019 11:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1919 - 2019

Kitzbühel trauert: Tiroler Skipionier Karl Koller 100-jährig gestorben

Die Skiwelt trauert um Karl Koller. Der erste Hahnekammsieger nach dem Zweiten Weltkrieg revolutionierte und prägte den Skisport in der Gamsstadt nachhaltig.

Karl Koller anlässlich des Interviews zu seinem 100. Geburtstag.

© AngererKarl Koller anlässlich des Interviews zu seinem 100. Geburtstag.



Von Harald Angerer und Florian Madl

Kitzbühel — Vergangene Woche hat er noch seine Clubkarte des KSC zurückbringen lassen, die brauche er nicht mehr. Nun ist er für immer gegangen. Die Kitzbüheler Skilegende Karl Koller ist am Samstag im 101. Lebensjahr gestorben. Damit verliert die Sportstadt aber nicht nur den ersten Hahnenkamm-Sieger nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch einen, der die Stadt geprägt hat wie kaum ein anderer. „Er hat die Inszenierung in den Sport gebracht", sagt Kitzbühels Skiclub-Präsident Michael Huber.

Geprägt hat er aber vor allem auch das Skischulwesen. So entwarf er zum Beispiel gemeinsam mit Freund, Maler und Architekt Alfons Walde eine Bekleidungslinie für die Skilehrer mit roten Pullovern, wie sie bis heute getragen werden. Aber auch in der Skitechnik hinterließ Koller Spuren, so hat er in den 1950er-Jahren die Kurzski erfunden. „Damals wurde ich belächelt, heute fahren sie alle damit herum", sagte Koller in seinem letzten Interview mit der TT kurz vor seinem 100. Geburtstag im April des Jahres. Die Liste seiner Innovationen und Erfindungen ließe sich noch lange fortsetzen. Trotz seines Erfindergeistes ist er aber immer bescheiden geblieben und er war „ein Mann mit Ecken und Kanten, wie es außergewöhnliche Menschen oft sind", sagt Huber. Seine direkte Art und seine Hartnäckigkeit bescherten ihm nicht nur Freunde.

„Man verwendet das Wort legendär viel zu oft, aber Karl Koller ist für mich eine solche Legende", betont Michael Huber und auch Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler hält fest: „Die Stadt hat eine ganz große Persönlichkeit verloren. Er prägte Kitzbühel nicht nur als Visionär." Für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel war Koller „ein Pionier, ein Vorbild im Skisport". Der Tiroler würdigte vor allem seinen Einsatz im Kinderskibereich. „Das war bewundernswert!"

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, den 31. Oktober, um 10 Uhr in Kitzbühel statt.

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Koller sorgte als Skischulleiter und Visionär für Furore.
Koller sorgte als Skischulleiter und Visionär für Furore.
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