Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


EBEL

Der Spielplan sorgt bei den Haien für Kopfschütteln

Nach der 3:9-Niederlage in Znojmo herrscht bei Haie-Coach Pallin auch Unverständnis. Personell ist Improvisationstalent gefragt.

Haie-Coach Rob Pallin musste zuletzt personell improvisieren.

© gepaHaie-Coach Rob Pallin musste zuletzt personell improvisieren.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Es war fast zu erwarten, dass den Haien im dritten Spiel in vier Tagen in der Erste Bank Eishockeyliga und nach den verletzungsbedingten Ausfällen der beiden Import-Verteidiger Tyler Cuma (Fußverletzung) und Mike Boivin (Oberkörperblessur) in Znojmo irgendwann das Gas ausgehen würde. Und so stand 24 Stunden nach dem 4:5 in Linz letztlich eine klare 3:9-Niederlage zu Buche.

Die Auslosung, warum die Haie drei Spiele in vier Tagen (zwei davon auswärts) austragen mussten, lässt Haie-Coach Rob Pallin nach der Rückkehr nach Innsbruck mit einem Kopfschütteln zurück: „Ich will das nicht als Entschuldigung verwenden. Aber wer hat sich das angeschaut? So etwas gibt es auch nicht zu Weihnachten, wo viele Spiele anstehen. Und kein anderes Team muss in dieser Saison drei Spiele in vier Tagen austragen. So etwas gibt es nicht einmal in der NHL. Da geht es auch um die Gesundheit der Spieler“, kann man Pallins Ärger verstehen. Zumal die Kaderdecke der Haie ja auch nicht gerade in den Himmel wächst.

Cuma wird erst nach der Länderspielpause zurückkehren können, bei Boivin scheint ein Comeback schon diese Woche gegen Salzburg (Freitag auswärts) oder Fehervar (Sonntag zuhause) möglich. Es wird für die Haie so oder so weiter ein Gang an der Schmerzgrenze bleiben. Einer, den der 19-jährige Jakob Wetzelsberger in diesen Tagen seit seinem Debüt beim 7:3-Heimsieg über Villach und dem anschließenden 4:5 in Linz (Pallin: „Wir haben auch dort stark gespielt“) weitgehend mit Bravour geleistet hat. In Znojmo (14:22 Minuten Eiszeit) war’s dann freilich auch schon schwerer. Aber Pallin fügt zu seiner jungen Neuentdeckung mit pathetischen Worten an: „Er ist in den Ozean geschmissen worden und hat sich gestellt. Ich bin stolz auf ihn.“ Das gilt für den 52-jährigen US-Amerikaner auch nach wie vor fürs ganze Team. Der horrende Schnitt an Gegentoren in der Fremde (über 6) verlange aber dringend nach einer taktischen Korrektur.




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