Letztes Update am Mi, 30.10.2019 16:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

DSV-Neuling Baumann: „Romed ist ein Gewinn für unser gesamtes Team“

Mit sieben Athleten nimmt der Deutsche Skiverband (DSV) den Speed-Auftakt in Lake Louise in Angriff. Einer davon heißt Romed Baumann und kommt aus Tirol.

Seitenwechsel: Der 33-jährige Hochfilzener Romed Baumann hat seinen Weltcup-Startplatz sicher.

© gepaSeitenwechsel: Der 33-jährige Hochfilzener Romed Baumann hat seinen Weltcup-Startplatz sicher.



Von Max Ischia und Roman Stelzl

Innsbruck – Da stand er in der Vorwoche am Rettenbachferner – mit geschulterten Skiern, weißem Helm und in diesem rot-weißen Renndress mit den für den Deutschen Skiverband (DSV) typischen Zebrastreifen. „Ein paar meiner Ex-Kollegen mussten sich schon zweimal umdrehen“, lachte Romed Baumann, der nach dem sommerlichen Nationenwechsel nunmehr für den DSV aufs Tempo drückt. In einem Team, welches der in Kiefersfelden wohnhafte Hochfilzener als „eingeschworenen Haufen“ bezeichnet und welches in den vergangenen Jahren reihenweise für Ausrufezeichen sorgte. Allen voran Thomas Dreßen, der 2018 unter anderem in Kitzbühel zum Streif-Helden avancierte, ehe ihn vergangenen Winter in Beaver Creek ein Kreuzbandriss außer Gefecht setzte. Oder Josef Ferstl, der in Dreßens Abwesenheit im Jänner dieses Jahres im Super-G den nächsten deutschen Kitzbühel-Coup landete und 40 Jahre nach dessen Vater triumphierte.

Erfolge, die Baumann gleichermaßen imponieren wie anspornen. Wenn der 33-jährige Routinier auf Unterschiede angesprochen wird, antwortet er verhalten: „Vielleicht, dass im deutschen Verband weniger Personal da ist. Auf und abseits der Piste. Das heißt, dass viele Leute Doppelfunktionen ausüben. Manche Ski-Trainer sind auch beim Konditraining dabei.“ Der Abfahrtschef-Coach ist aber ein guter Bekannter: Andreas Evers, der zwischen 1999 und 2012 die ÖSV-Speed-Herren um Hermann Maier, Stephan Eberharter und Co. zu Seriensiegen verholfen hatte.

Schnee von gestern. Baumann blickt nach einigen durchwachsenen Wintern ohnedies lieber nach vorne und hat erst einmal seinen Startplatz sicher – so wie seine sechs Kollegen Thomas Dreßen, Josef Ferstl, Andreas Sander, Manuel Schmid, Dominik Schwaiger und Klaus Brandner.

Dabei benötigte der zweifache Familienvater (zwei Töchter) nicht einmal ein DSV-Ticket. „Den Startplatz hat Romed nicht von uns bekommen, sondern über die FIS (Ski-Weltverband, Anm.). Er hat die Punkte schon eingefahren, hätte damit auch in Österreich fahren können. Dadurch gibt es keine Verspannungen“, erklärte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Grund für den reibungslosen Wechsel: Der Tiroler Baumann hat seit seiner Hochzeit die deutsch-österreichische Doppelstaatsbürgerschaft.

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Maier war anfangs keineswegs begeistert vom Umstieg des zweifachen Weltcupsiegers: „Er hat sich das eingebildet.“ Doch das Blatt hat sich schnell gewendet. „Romed ist ein absoluter Gewinn für das gesamte Team, er ist ein total guter Typ und kommt mit den Jungs super aus“, schwärmt Maier. Allzu große Erwartungen solle man sich jedoch nicht machen. „Aber bei uns ist alles viel persönlicher, wir haben nicht diese brutale Konkurrenz wie in Österreich. Vielleicht hilft ihm das.“