Letztes Update am Di, 19.11.2019 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eisschnelllauf

Verband lehnte Ansuchen ab: Herzog klebt das Pech am Schlittschuh

Fehlentscheidung, Abstieg und Gepäck-Verlust – für Eisschnellläuferin Vanessa Herzog läuft es zum Start der neuen Saison alles andere als nach Maß.

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog ist momentan nicht vom Glück verfolgt.

© gepaEisschnellläuferin Vanessa Herzog ist momentan nicht vom Glück verfolgt.



Von Roman Stelzl

Minsk – Wer wissen will, wie schnelllebig der Sport ist, kann derzeit bei Eisschnellläuferin Vanessa Herzog nachfragen. Noch vor wenigen Tagen war die 24-jährige Innsbruckerin als Österreichs Sportlerin des Jahres 2019 die viel umjubelte Siegerin – doch nun scheint Herzog das Pech förmlich am Schlittschuh zu kleben.

Beim Weltcup-Auftakt in Minsk (BLR) wurde die Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin über 500 Meter wegen zwei Fehlstarts disqualifiziert. Dabei stellte sich im Videostudium heraus, dass der erste gar keiner war. Das räumten auch die Verantwortlichen in Minsk ein. Um nun den vorübergehenden Abstieg in die „Zweitklassigkeit“ (Division B) zu verhindern, wurde beim Weltverband (ISU) um eine Wildcard für Division A beim Weltcup in Tomaszow Mazowiecki (POL/ab Freitag) angesucht. Doch es war trotz Fehlentscheidung vergebens – großer Ärger war die Folge.

„Das Ersuchen wurde aufgrund der ISU-Richtlinien abgelehnt“, erklärte Trainer und Ehemann Thomas Herzog gestern. Damit sind auch die Chancen auf die Titelverteidigung im 500-Meter-Gesamtweltcup de facto futsch, denn in der Division B („Die gewinnt Vanessa normalerweise locker“) gibt es maximal 30 Punkte zu verdienen, was Rang elf in Division A gleichkommt. Dazu eine Nullnummer bei acht Rennen – das dürfte zu wenig sein, um die Top-Leute einzuholen.

Und weil ein Malheur ja selten alleine kommt, ging bei Herzog gestern so wie bei vielen anderen Eisschnellläufern beim Flug von Weißrussland nach Polen auch noch das Gepäck verloren. Hieß also: Auf die Schlittschuhe warten anstatt trainieren. „Der Start in die Saison ist herausfordernd“, formulierte es Thomas Herzog vorsichtig. In Polen soll die Kurve aber wieder nach oben zeigen. Vorerst müssen aber kleinere Brötchen gebacken werden.