Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.11.2019


EBEL

HCI sucht gegen Fehervar Ausweg rund ums große Lazarett

Die Ausfallliste wird jeden Tag länger: Die Innsbrucker Haie benötigen heute (19.15 Uhr) im Duell der Nachzügler gegen Fehervar einen Kraftakt.

Legt sein Herz immer für die Haie aufs Eis – Clemens Paulweber (l.) stellt sich heute gegen Fehervar.

© gepaLegt sein Herz immer für die Haie aufs Eis – Clemens Paulweber (l.) stellt sich heute gegen Fehervar.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Also machten sich viele Haie-Cracks gestern, nachdem das offizielle Training aus war, mit einem Schussspiel wieder eine Gaudi. An ein ordentliches Training war zuvor ohnehin nicht zu denken. Denn nach Tyler Spurgeon, Ondrej Sedivy und Florian Pedevilla, die schon beim 2:5 in Dornbirn gefehlt hatten, standen auch die beiden angeschlagenen Angreifer Miha Zajc und John Lammers nicht am Eis.

„Ich glaube nicht, dass die beiden gegen Fehervar spielen“, saß Headcoach Rob Pallin mit seinem Co Mitch O’Keefe eher geknickt in der Trainerkabine: „Wir haben 13 gesunde Spieler. Fünf Verteidiger und acht Stürmer“, waren die Zusammenstellungen der Angriffslinien mit einem großen Fragezeichen versehen. „Und es ist frustrierend, dass die Jungen nicht mit uns trainieren können“, spielte Pallin auch darauf an, dass Eigengewächse wie Luis Ludin und Michael Kuprian am Vormittag eben die Schulbank drücken müssen und nicht (immer) beim Training erscheinen können.

Nach 20 Partien und einer großen Verletzungsmisere liegt das Haifischbecken zur Halbzeit des Grunddurchgangs in einer ordentlichen Schieflage. Weil Spurgeon und Pedevilla länger ausfallen, ist durchaus die Frage berechtigt, ob (zwischenzeitlich) eine Verstärkung kommt. Denn sonst ist an eine Aufholjagd in der Erste Bank Eishockeyliga beim besten Willen wohl nicht zu denken.

Sollten neben Sedivy und Spurgeon mit Zajc und Lammers heute wirklich vier Imports im Sturm ausfallen, liegt ein Strategiewechsel nahe. Dann müssen die Haie wohl eher mit defensiverer Ausrichtung den Vorhang vor NHL-Goalie Scott Darling herunterziehen und vorne Nadelstiche setzen. Das klingt nach Überlebenskampf. Was nichts daran ändert, dass die Innsbrucker mit einem Heimsieg an den Ungarn vorbeiziehen wollen. „Wir werden uns sicher nicht niederlegen und einfach ergeben“, nährt Pallin den Pathos. Die entscheidende Frage ist, wie viel Energie noch in den verbliebenen „bodies“, also Körpern, steckt.

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Vor gut drei Wochen trafen die Haie schon auf Fehervar, um ohne drei hochkarätige Ausfälle in der Defensive (Boivin, Guimond, Cuma) einen 3:1-Heimsieg zu feiern. Vielleicht ist das ja eine ganz gute Moralinjektion. Und vielleicht ist über Nacht ja doch noch einer gesund geworden. Die HCI-Fans können heute sicher auch helfen.