Letztes Update am Mo, 17.09.2012 13:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM-Gold: Angy Eiters vierter Streich

Im gleißenden Licht der WM-Show in Paris kletterte Angela Eiter zu ihrem vierten Weltmeistertitel. Fischhuber und Ernst holten Silber und Bronze.



Von Ursula Pichler

Paris – Tränen der Freude zierten ihr zartes Gesicht. Angela Eiter konnte es nicht glauben.

In der gleißenden Lichtershow des ausverkauften Paris-Bercy Sportpalast war die 26-Jährige gestern am späten Abend zu ihrer vierten WM-Gold-Medaille im Vorstieg geklettert. Als einzige Athletin konnte die Imsterin der schweren Finalroute eine Höhe von 48 Griffen abringen. Johanna Ernst sorgte mit 42 Griffen und der Bronzemedaille für ein weiteres Highlight. Kurz zuvor war Kilian Fischhuber nach sieben Jahren mit Platz zwei erneut auf das WM-Podest gebouldert.

Ganz will das WM-Trauma nicht von dem fünfachen Gesamtweltcupsieger weichen. In der ersten Final-Show schien der Wahltiroler gesten Abend bis zum dritten Finalproblem unschlagbar. Er war hier, um den WM-Titel zu holen. Das war nicht nur seiner Körpersprache, sondern auch seinem bis dahin fehlerfreien Auftritt zu entnehmen. Die ersten zwei Boulder-Probleme meisterte der 29-Jährige als Einziger im ersten Versuch (Flash). Die Konkurrenz zitterte bereits, die Sprecher im ausverkauften Paris-Bercy Sportpalast mutmaßten einen deutlichen Favoriten zu erkennen. Doch das dritte Boulder-Problem hielt eine besondere Bewegungsanforderung bereit. Nur der amtierende Weltmeister Dmitrii Sharafutdinov wusste diesen Griffen eine Lösung abzuringen. Damit krönte sich Fischhubers langjähriger Konkurrent letztlich erneut zum Weltmeister, obwohl er bei den ersten beiden Bouldern dem Österreicher nicht das Wasser reichen konnte. „Das ist eben Bouldern. Ich hätte heute hier gewinnen können, das hat jeder gesehen, aber es wollte eben nicht sein“, meinte Fischhuber.

Nach einem kurzen Moment der Enttäuschung setzte auch die Freude über den gewonnenen zweiten Platz ein. Immerhin musste sich der 29-Jährige ganze sieben Jahre gedulden, ehe er nach dem Vize-Weltmeistertitel in München wieder auf einem WM-Podest stehen durfte. „Ich freue mich auch über den zweiten Rang. Es war ein langer, harter Weg bis hierher und auch wenn ich nie Weltmeister werde, habe ich bis jetzt schon so viel in dieser Sportart gewonnen.“

Nur einige Stunden zuvor war auch Boulder- und Lebensgefährtin Anna Stöhr ins Finale der besten sechs Damen gebouldert. Die Rumerin war im Halbfinale bereits zu Hochform aufgelaufen und konnte als einzige Athletin drei der vier Halbfinal-Boulder in vier Versuchen toppen. Die Sportstudentin geht nun heute ab 13 Uhr auf die Jagd nach einer weiteren Medaille für Österreich. Österreichs einzige WM-Kombiniererin Barbara Bacher belegte inmitten der Boulder-Weltelite letztlich Rang acht.

Auch Vorstiegs-Favorit Jakob Schubert überzeugte gestern im Halbfinale. Nur einige Griffe hinter seinem stärksten Konkurrenten, dem Spanier Ramon Puigblanque, kletterte der Innsbrucker ins Halbfinale und damit seinem Traum von WM-Gold einen weiteren wichtigen Schritt entgegen. „Ich bin vollauf zufrieden. Ich fühle mich richtig gut und werde im heutigen Finale volles Risiko gehen, um mir den Traum vom Weltmeister-Titel zu verwirklichen“, teilte Schubert nach der für ihn „schwersten Hürde“ mit. Heute greift er ab 15.45 Uhr im Finale der Herren nach Gold.




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