Letztes Update am Mi, 17.06.2015 19:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Heta - Schoenaich-Carolath: Ein „heute realistisches Bild“ der Lage



Wien/Klagenfurt (APA) - Die Heta-Bilanz für 2014 zeichnet ein „heute realistisches Bild“ der Lage, unter der Annahme, dass die Vermögen in den nächsten drei bis fünf Jahren verkauft werden, sagte Vorstandschef Sebastian Schoenaich-Carolath im Gespräch mit der APA. Das sei sicher die bisher kritischste Hypo-Bilanz. Zugleich plädierte er für einen raschen Verkauf: „Die Assets werden nicht besser.“

Laut heute veröffentlichter Bilanz für 2014 hat die Heta sieben Milliarden Euro mehr Schulden als Vermögen. Ohne eine Beteiligung der Gläubiger wird es wohl nicht möglich sein, diese Kapitallücke abzutragen, bestätigte Schoenaich-Carolath. Ein Schuldenschnitt sei aber nicht seine Aufgabe, sondern die der Finanzmarktaufsicht (FMA). Außerdem sei es durchaus noch möglich, dass sich beim tatsächlichen Verkauf der Wert der Vermögen höher oder niedriger entpuppt. Eine Beteiligung der Steuerzahler an den Kosten „ist nicht vorgesehen“, so der Vorstandschef.

Die Heta hat 16,6 Mrd. Euro an Verbindlichkeiten und 9,6 Mrd. Euro an Vermögen und damit eine Kapitallücke von 7 Mrd. Euro. Rein rechnerisch bedeutet das, dass die Verbindlichkeiten nur zu 58 Prozent zurückgezahlt werden können. Schoenaich-Carolath wollte sich aber auf keine Spekulationen zum Thema Schuldenschnitt einlassen und verwies dazu nur auf die Aufsicht.

Die hohen Abwertungen und der damit verbundene Verlust von 7,9 Mrd. Euro im Jahr 2014 seien ein „schmerzhafter Schritt auf dem Weg zum Ende der Hypo“. Aber nun habe man die Ausgangsbasis, um die Bank abzuwickeln. Laut Bilanz von 2014 mussten für die Balkantöchter im Zuge des bevorstehenden Verkaufs Vorsorgen von 1,7 Mrd. Euro gebildet werden. Einerseits war der Verkauf des SEE-Geschäfts Voraussetzung, um die Heta abwickeln zu können, „das hat auch einen Wert“. Andererseits könnte eine Pleite dieses Geschäftsfeldes noch viel teurer kommen, begründet Schoenaich-Carolath die hohe Abschreibung. Im Geschäftsbericht ist von einer Milliarde Mehrkosten im Falle einer Insolvenz der Balkantöchter die Rede.

Die Neubewertung der Vermögen der Heta hat gezeigt, dass diese 3,3 Mrd. Euro weniger wert sind als bisher gedacht. Auf die Frage des ORF, wie es zu so einer Neubewertung kommen könne, meinte Schoenaich-Carolath: wenn man ein altes Auto fahre, denke man auch nicht über den Preis nach Wenn man aber das Auto schnell verkaufen wolle, dann gelte der Marktwert. Das könne erschreckend sein, sei aber richtig.

~ WEB www.heta-asset-resolution.com ~ APA562 2015-06-17/19:44




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