Letztes Update am Mo, 29.06.2015 11:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Undokumentiertem Arbeiter in NÖ wurde vor Gericht recht gegeben



St. Pölten/Wien (APA) - Nach Ausbeutung durch seinen Arbeitgeber und einem schweren Arbeitsunfall, bei dem er zwei Zehen verlor, hat ein serbischer Staatsbürger vor dem Arbeits- und Sozialgericht in Wien recht bekommen. Unterstützt wurde er dabei durch die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender (UNDOK) und die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ), berichtete UNDOK am Montag.

Einer Aussendung zufolge war der Mann einige Wochen für eine niederösterreichische Autohandelsfirma tätig. Nach einem schweren Arbeitsunfall habe sein Arbeitgeber nicht die Rettung gerufen, sondern einen anderen Arbeiter damit beauftragt, den Kollegen umzuziehen und mit seinem Privatauto ins Krankenhaus zu bringen. Es sollte laut UNDOK „nicht wie ein Arbeitsunfall aussehen“.

Dem Opfer mussten nicht nur zwei Zehen amputiert werden. Im Krankenhaus habe der Serbe auch erfahren, „dass er nicht krankenversichert war und erhielt eine Spitalsrechnung von 43.000 Euro“, hieß es in der Aussendung. Sein Arbeitgeber hatte weder eine Beschäftigungsbewilligung beantragt noch den Mann bei der Sozialversicherung angemeldet. „Auch einen Großteil seines Lohns blieb er ihm schuldig.“

Rückwirkend musste der Arbeitgeber den Mitarbeiter krankenversichern, die Spitalsrechnung wurde von der Gebietskrankenkasse übernommen. Außerdem konnte der Serbe laut UNDOK „arbeits- und sozialrechtliche Ansprüche von rund 14.500 Euro durchsetzen“. Der Aussendung zufolge ist er einer von 144 undokumentierten Arbeitnehmern, die sich bisher an die im Juni 2014 eröffnete UNDOK-Anlaufstelle gewandt haben.




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