Letztes Update am So, 05.07.2015 08:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südafrikaner Levy Sekgapane gewinnt Belvedere-Gesangswettbewerb 2015



Wien/Amsterdam (APA) - Der südafrikanische Tenor Levy Sekgapane (24) und die norwegische Sopranistin Lise Davidsen (28) sind die großen Gewinner des renommierten Belvedere-Gesangswettbewerbs 2015. Sekgapane erhielt am Samstagabend in Amsterdam den Hauptpreis des Bewerbs zugesprochen. Davidsen hingegen wurde mit dem Preis der Internationalen Medienjury, dem Publikumspreis und von der Jury mit dem 2. Platz bedacht.

Überdies darf sich die mächtige Wagner-Sängerin, die mit einem für ihr Alter schlicht beeindruckendem „Dich, teure Halle“ aus dem Tannhäuser überzeugte, über ein Engagement an der Dutch Opera freuen. Sekgapane wiederum, der mit seinem leichten Tenor bei Rossinis „Languir per una bella“ aus der „Italiana in Ageri“ für sich einnahm, winken Engagements in Essen, Barcelona und bei der Aidsgala in Berlin - neben der mit 7.000 Euro dotierten Siegprämie.

Die beiden Nachwuchssänger setzten sich gegen eine Konkurrenz von 1.312 Sängern durch, die in 60 Städten weltweit zum Casting angetreten waren. Von diesen qualifizierten sich 160 als Halbfinalisten für die Endrunden in Amsterdam diese Woche, von denen dann 15 die Semifinals überstanden. Aus zehn verschiedenen Ländern kamen die Finalisten schließlich. Wie bereits im Vorjahr in Düsseldorf, war auch heuer Südafrika erneut die am stärksten vertretene Nation im 15-köpfigen Finalistenfeld mit vier Teilnehmern. Überhaupt war Afrika im Bewerb heuer so stark vertreten wie noch nie. So schaffte es unter anderen mit Zacharia Njoroge Kariithi auch erstmals ein Kenianer ins Finale.

Da passt es ins Bild, dass das Finale des Belvedere-Wettbewerbs 2016 in Südafrika und damit erstmals überhaupt außerhalb Europas über die Bühne gehen wird - und zwar am 2. Juli, damit Co-Organisator Holger Bleck für seine erste Saison als neuer Intendant des Carinthischen Sommers ab 15. Juli wieder rechtzeitig in Kärnten zurück sein kann. 2017 soll der Belvedere-Bewerb dann abermals in Amsterdam stattfinden, das sich als neue Heimbasis der Veranstaltung herauskristallisiert.

Zunächst aber soll Kapstadt den 1982 in Wien begründeten Sängerwettstreit beherbergen. „Das ist für uns völliges Neuland“, zeigte sich die zweite Wettbewerbsorganisatorin Isabella Gabor (die Witwe des Gründers Hans Gabor) gegenüber der APA gespannt. Die zur 31. Ausgabe vor drei Jahren nach Querelen um die Finanzierung eingeleitete Internationalisierung des zuvor stets in Wien beheimateten Bewerbs sei aber zweifelsohne richtig: „Ich will die Wiener Jahre nicht missen. Aber mit dem Gang ins Ausland haben wir den wirklichen Quantensprung in punkto Qualität gemacht.“

So plant man für Südafrika eine Ausweitung des Wettbewerbskonzepts durch Workshops, um das Event enger mit der Szene vor Ort zu vernetzen, kündigte Bleck eine weitere Veränderung des Klassikcastings an, das sich zu einer Fixgröße als Marktplatz für junge Sänger entwickelt hat. Angelika Kirchschlager, Ildiko Raimondi oder Elina Garanca gehören ebenso zum einstigen Teilnehmerfeld wie die Südafrikanerin Pretty Yende, die mit ihrem Sieg 2009 den Grundstein für ihre im Steigen begriffene internationale Karriere legte.

Eine Ausweitung des Bewerberfeldes auf 1.500 Personen könne man sich dabei für die Zukunft vorstellen, so Bleck. Primär gehe es jedoch um Qualität statt Quantität. Entsprechend denke er keineswegs ans Aufhören trotz der neuen Aufgabe in Kärnten. Im Gegenteil werde man sogar Synergien zwischen dem Belvedere-Bewerb und dem Carinthischen Sommer heben, etwa durch eine junge Sektion mit Belvedere-Sängern. „Aber lassen Sie sich überraschen, ob es schon kommendes Jahr so etwas wie eine ‚Rising Stars‘-Schiene beim Carinthischen Sommer geben wird“, gab sich Bleck noch zugeknöpft ob seines ersten Saisonprogramms.

(S E R V I C E - www.belvedere-competition.com)




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