Letztes Update am Fr, 10.07.2015 13:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grüne Bedenken gegen israelfeindliche Al-Quds-Demo in Wien



Wien (APA) - Die Grünen haben schwere Bedenken gegen eine am Samstag in Wien geplante israelfeindliche Demonstration unter dem Titel „Al-Quds-Tag. Gemeinsam gegen Zionismus und Antisemitismus“ geäußert.

„Jedes Jahr finden sich immer wieder antisemitische Parolen und Botschaften bei den Al-Quds-Demos“, kritisierte Marco Schreuder, Grüner Bundesrat und Sprecher der Gegendemo „Kein Al-Quds-Tag! Gemeinsam gegen Antisemitismus!“ am Freitag in einer Aussendung.

Auf der Facebook-Seite der Al-Quds-Demo-Organisatoren werde offen zum Judenmord aufgerufen, berichtete Schreuder. Auf einer Grafik der Facebook-Seite „Internationaler Al-Quds-Tag Wien - Free Palestine“ sei eine Grafik veröffentlicht, in der Muslime einen Juden ertränken. Dazu sei geschrieben worden: „Jeder Muslim bekommt ein Kübel Wasser.“

Der Club der Freunde Israels (CdFI) bedankte sich am Freitag für die umgehende Reaktion des Landesamts Verfassungsschutz (LV) auf die Aussendung des CdFI, der auf die antisemitische Grafik hingewiesen hatte. Es wurde eine Überprüfung eingeleitet. Daniel Kapp, Sprecher des CdFI: „Antisemitismus und islamistischer Extremismus sind mit den Mitteln des Rechtsstaats zu bekämpfen.“

Schreuder forderte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf, die Zulassung der Demonstration zum „Al-Quds-Tag“ zu überprüfen, zumal die Route auch dieses Jahr „provokant nahe am jüdischen Stadttempel Wiens führt.“

Das Bündnis „Stop the Bomb“, die Israelitische Kultusgemeinde, die Grünen und die Aktion gegen den Antisemitismus gehören zu den Unterstützern der Gegenkundgebung. In einer Aussendung von „Stop the Bomb“ heißt es, der Al-Quds-(arab.: „Jerusalem“)Tag sei ein vom iranischen Regime bereits 1979 initiierter Kampftag zur Vernichtung Israels, der jedes Jahr in Großstädten auf der ganzen Welt mit Demonstrationen begangen werde. In Wien werde der Al-Quds-Marsch maßgeblich von Personen aus dem Umfeld der Imam Ali Moschee in der Mollardgasse organisiert.

In Teheran nimmt der als moderat geltende Präsident Hassan Rohani unter „Tod Israel“-Sprechchören am Al-Quds-Tag teil. Voriges Jahr bezeichnete er Israel dort als „eiternden Tumor“. Vor wenigen Tagen meinte der im Westen als Pragmatiger geltende Ex-Präsident und heutige Vorsitzende des Schlichtungsrates, der Rohani-Förderer Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, Israel werde „bald ausgelöscht werden“. Die iranischen Revolutionswächter erklärten die „Zerstörung Israels“ im Vorfeld des diesjährigen Al-Quds-Tages abermals zur „obersten Priorität“.




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