Letztes Update am Do, 20.08.2015 07:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


OÖ-Wahl - Volksbefragung zur Eisenbahnbrücke Wahlkampfthema in Linz



Linz (APA) - Die Linzer werden am 27. September nicht nur mit drei Zetteln in die Wahlkabinen gehen. Denn außer den Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahlen steht an diesem Sonntag auch noch die Volksbefragung über die Zukunft der verrosteten Eisenbahnbrücke auf dem Programm. Der Entscheid über Sanierung oder Abriss der Donauquerung entpuppt sich als Wahlkampfthema in der Stadt.

Anfang voriger Woche präsentierten die sogenannten Brückenretter ihr Modell für eine Zwei-Brücken-Lösung. Direkt neben der alten, die nach einer Generalüberholung zur reinen Fußgänger- und Radfahrerbrücke würde, solle auch noch eine neue für Autos und Öffis entstehen. Die Kosten für dieses Modell liegen laut eigener Berechnung bei 60 Millionen Euro. Zustimmung dafür gab es umgehend von der ÖVP Linz. Sie wartete auch nicht lange und gab entsprechende Plakate in Druck, auf denen sie vor dem Abriss warnt. Denn bis zur Fertigstellung einer neuen Verbindung mit dem Stadtteil Urfahr könne es dort zu einer „Beeinträchtigung der Gesundheitsversorgung“ kommen.

Die Reaktion der Sozialdemokraten, die statt der bestehenden nur eine neue Brücke haben wollen, ließ nicht lange auf sich warten. Als „veritablen Bauchfleck“ und „lächerliche Panikmache“ verurteilten die Linzer Roten die Plakataktion. Schon jetzt gingen Rettungsfahrten selten über die Eisenbahnbrücke, sondern über die beiden anderen Donauquerungen - die Voest- und Nibelungenbrücke.

Bereits seit Jahren schwelt in Linz der Streit um die 114 Jahre alte Stahlkonstruktion des Hofschlossers Anton Biro. Mit den Stimmen von SPÖ und Grünen wurde der Abriss beschlossen und ein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt, eine Bogenbrücke französischer Architekten, wurde bereits vergangenen September präsentiert. Sie soll ebenfalls maximal 60 Millionen Euro kosten und bis 2020 fertig sein.

Dagegen rührte sich Widerstand, der sich in einer sogenannten überparteilichen Plattform - unterstützt von VP, FP und NEOS - zusammenschloss. So sammelte die Initiative „Rettet die Linzer Eisenbahnbrücke“ 872 Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung, die sie erfolgreich beim Landesverwaltungsgericht eingeklagte, nachdem der Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) diese nicht zulassen wollte.

Nach dem Gerichtsentscheid legten das Stadtoberhaupt und die Brückenretter gemeinsam den genauen Wortlaut und das Datum der Volksbefragung fest. Den Ausgang der Abstimmung sieht Luger als bindend an.




Kommentieren