Letztes Update am Fr, 18.09.2015 10:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Von der Leyen: Bereicherung für Deutschland



Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist überzeugt, dass die Deutschen die Ankunft der Flüchtlinge in 20 Jahren rückblickend positiv bewerten werden. Damit die Ankunft der Menschen (...) zu einer Bereicherung für die alternde (...) Gesellschaft werden könne, müsse klar sein, dass beim „Zusammenleben hier unsere Regeln für alle gelten(...)“, sagte sie am Freitag in Berlin.

Als Gegenentwurf zur deutschen offenen Gesellschaft nannte sie Russland. Die Ministerin sagte: „Wer es in der globalisierten Welt nicht schafft, Offenheit zu üben, sondern weitgehend den Blick nach innen oder rückwärts richtet, der droht in allzu festen Fugen zu erstarren und im Sog der Selbstbeschäftigung zu versteinern.“

Mit Blick auf die anderen EU-Staaten sagte sie, die Flüchtlinge hätten das Recht, menschenwürdig behandelt zu werden, „und zwar in jedem der europäischen Mitgliedsländer“. Ihr Vorredner, der Historiker Heinrich August Winkler, sagte, es werde heute häufig von „europäischen Werten“ gesprochen, wenn eigentlich „westliche Werte“ gemeint seien. 2014 sei das Jahr gewesen, in dem sich die westlichen Demokratien notgedrungen von der Hoffnung verabschiedet hätten, ihr Modell werde schon bald auch in weiteren Regionen Schule machen.

Auf die Frage, wie die Ursachen für die Flucht von Millionen von Syrern erfolgreich bekämpft werden könnten, erklärte von der Leyen, der Syrien-Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden. Notwendig sei ein politischer Konsens auf Ebene der Vereinten Nationen. Wer sich ohne diese Voraussetzung in den syrischen Konflikt begebe, drohe zwischen den verschiedenen Kriegsparteien zerrieben zu werden.




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