Letztes Update am Do, 12.11.2015 13:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Waffenhandel nach Afrika: Durchsuchungen in Italien



Rom (APA) - Rund 30 Wohnungsdurchsuchungen sind am Donnerstag in Italien im Rahmen einer ausgedehnten Untersuchung illegalen Waffenhandels mit afrikanischen Kriegsgebieten durchgeführt worden. Dabei geht es um Waffen, die mithilfe der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, in mit Waffenembargo belegte afrikanische Länder geliefert wurden. Das geht aus Ermittlungsakten der Staatsanwälte in Neapel hervor.

Der Verdacht laute auf internationalen Waffenhandel und Rekrutierung von Legionären, berichteten italienische Medien. Bei den Durchsuchungen wurden demnach Dokumente über Lieferungen militärischer Waffen nach Somalia und in den Sudan beschlagnahmt. Geliefert worden seien auch Komponenten für Kampfflugzeuge und Hubschrauber sowie Gewehre. Ermittelt werde unter anderem gegen einen Somalier mit Verbindungen zu islamistischen Terroristen.

Die Ermittlungen kreisen auch um die kriminellen Aktivitäten des Camorra-Clans Casalesi, der zu den mächtigsten Mafia-Familien von Neapel zählt. In den Sog der Affäre sind auch einige Geschäftsleute der Region Veneto geraten, die sich zum Erwerb von Waffen an den Camorra-Clan gewandt hatten.




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