Letztes Update am So, 06.12.2015 07:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Muttermilchforschung 2 - Stillen beeinflusst spätere Gesundheit enorm



Paris (APA) - Neben der Muttermilchforschung steht im Milupa-Nutricia-Forschungszentrum in Utrecht die Ernährung in der Schwangerschafts- und Stillperiode und deren Folgen einen zentralen Punkt dar. Alma Nauta, zuständig für Kommunikation im Bereich Forschung und Entwicklung, berief sich auf das Konzept der ersten 1.000 Tage: „Dieser Zeitraum hat großen Einfluss auf den Gesundheitszustand im späteren Leben.“

Angefangen mit der Schwangerschaft bis ins 24. Lebensmonat werden die Grundsteine für die spätere Anfälligkeit für Allergien, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen gelegt, sagte Nauta, die in ihrer Funktion als Wissenschafterin an zahlreichen Publikationen beteiligt war. „Die ‚Dutch famine‘-Studie über den Hungerwinter 1944 zeigt auf, dass die Schwangerschaftsphasen unterschiedliche Einflüsse auf die spätere Gesundheit eines Kindes haben, wenn dort Mangelerscheinungen auftreten“, erklärte Nauta bei einem Pressetermin in Utrecht, zu dem der Konzern Journalisten aus dem deutschsprachigen Raum geladen hatte.

Warum die 1.000 Tage wichtig sind, zeigt der Umstand auf, dass in dieser Phase die Wachstumsgeschwindigkeit die höchste im Leben ist. Die Gewichtszunahme kann im Maximum über 22 Gramm täglich betragen, das Gehirn wächst da um ein Gramm pro Tag. In Summe verdreifacht sich das Gewicht bis drei Jahre, rechnete Nauta vor.

„Um dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen, fokussieren wir uns nun nicht mehr ausschließlich auf die ersten zwölf Monate sondern auch die Still-und Kleinkindzeit. Deshalb entwickeln wir auch Produkte, die helfen sollen, die Stillzeit zu verlängern“, kommentierte Stefan Stohl, Leiter Unternehmenskommunikation bei Milupa Nutricia, die Relevanz der ersten 1.000 Tage.

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Nauta bemängelte aber die niedrigen Stillquoten, wonach etwa in Deutschland nach dem sechsten Lebensmonat nur noch zehn Prozent der Kinder gestillt werden. Eine Studie habe jedoch ergeben, dass es bei der Muttermilch ein Dosiswirkung gibt, die dem Schema „je mehr umso besser“ gehorcht.

Nach sechs Monaten gilt es aber neben dem Stillen langsam auf Beikost zu setzen. „Diese zu lange vorzuenthalten kann im später dazu führen, dass man ein ‚fuzzy eater‘ wird“, erklärte Nauta die Gefahr für Essstörungen. Was die Ernährung betrifft, so sei es ein Grundproblem, dass bei Kleinkindern ein zu viel an Zucker und Fett bei gleichzeitigem Mangel von Vitamin D und Eisen gegeben ist.

Die österreichischen Stillempfehlungen sehen vor, dass auch wenn das Baby bereits Beikost bekommt, es weiter gestillt werden sollte. In der Realität zeigt sich, dass aber 25 Prozent der Frauen in Österreich das Stillen bereits nach ein bis drei Monaten beenden und 13 Prozent überhaupt nie Stillen. Das ergab eine Onlineumfrage unter Müttern von Kindern bis zum dritten Lebensjahr, die dieses Jahr vom Marktforschungsinstitut „meinungsraum.at“ im Auftrag von Milupa durchgeführt worden ist.

Das Thema „Stillen und Ernährung“ betrifft übrigens eine aktuelle Online-Umfrage des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Sie wurde vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben und läuft noch bis zum Juli 2016. Bei der ersten Studie, die 2006 publiziert wurde, kam heraus, dass 159 (22,1 Prozent) von 719 Müttern bereits innerhalb der ersten drei Monate abgestillt hatten.

(S E R V I C E - Zur Online-Befragung: https://stillevaluierung.univie.ac.at/; Informationen zur Ernährung: http://richtigessenvonanfangan.at/)

~ ISIN FR0000120644 WEB http://www.danone.com/ ~ APA034 2015-12-06/07:30




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