Letztes Update am So, 06.12.2015 10:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zentralverband Logistik: Müssen zu Deutschland aufholen



Wien/Lauterach (APA) - Das kommende Jahr steht für die österreichischen Spediteure im Zeichen der Aufholjagd zum „Logistik-Weltmeister“ Deutschland. Denn während die Deutschen es geschafft haben, ihren Logistikstandort als Marke zu etablieren, ist Österreich im internationalen Ranking weiter zurückgefallen, so der Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik, Wolfram Senger-Weiss im Gespräch mit der APA.

Österreich verfüge über ausgezeichnete Betriebe mit hohem Potenzial, nur würde das noch nicht offensiv genug vermarktet. Bei den zuständigen Ministerien habe jedenfalls schon ein Umdenken eingesetzt. Mit der Implementierung eines Logistikbeauftragten im Verkehrsministerium zu Beginn des heurigen Jahres sei ein wichtiger Schritt erfolgt. Gemeinsam mit Sozialpartnern und Regierungsvertretern sei ein 117-Punkte-Plan erstellt worden, der nun abgearbeitet werde. „Das hat viel in Bewegung gebracht“, so Senger-Weiss.

Angesichts der Diskussion über eine Aussetzung des Schengen-Abkommens appelliert Senger-Weiss an die Regierung, die Grenzen offen zu halten. Für ein kleines Land wie Österreich wäre die dauerhafte Einführung von Grenzkontrollen ein massiver wirtschaftlicher Schaden. „Das trägt am Ende der Konsument“, warnt der Verbandspräsident.

Für Österreich sei es wichtig, rasche Verbindungen zu den Häfen zu haben. Wünschenswert wäre auch die Anbindung an das russische Schienennetz (Stichwort: Transsibirische Eisenbahn bis nach Wien), über die schon lange international diskutiert wird. Die Schiene sei bei der Geschwindigkeit des Warentransportes ein gutes Mittelding zwischen der Luft- und der Seefracht. Bei der Seefracht sei derzeit eine Überkapazität festzustellen, was unter anderem an den immer größeren Containerschiffen liege.

Für Weihnachten erwartet sich Senger-Weiss einen neuen Packerl-Rekord, getrieben durch das Online-Shopping. Hier sieht er im österreichischen Handel noch einen erheblichen Aufholbedarf gegenüber Deutschland. Derzeit würde sehr viel Ware im Nachbarland bestellt, hier sei noch Potenzial vorhanden.

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