Letztes Update am So, 06.12.2015 11:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jubiläumsjahr - 100.000 Menschen bei Eröffnungszeremonie erwartet



Vatikanstadt (APA) - Der Beginn des „Jubiläums der Barmherzigkeit“ soll für Rom zu einem Massen-Event werden. Über 100.000 Menschen werden am Dienstag zur Zeremonie mit der Eröffnung der „Heiligen Pforte“ des Petersdoms durch Papst Franziskus erwartet, mit der das Heilige Jahr offiziell beginnt.

War es bei den letzten Generalaudienzen am Mittwoch wegen Angst vor Anschlägen zu einem klaren Rückgang bei der Zahl der Pilger auf dem Petersplatz gekommen, so rechnet der Vatikan am Dienstag mit einem Menschenansturm. An der feierlichen Zeremonie werden sich mehrere Persönlichkeiten beteiligen, darunter der emeritierte Papst Benedikt XVI. sowie Italiens Präsident Sergio Mattarella, Belgiens Ex-König Albert II., seine Gattin Paola und Tochter Astrid. Deutschland ist durch den stellvertretenden Präsidenten des Bundestages, Johannes Singhammer, vertreten.

Die Zeremonie zum Beginn des Heiligen Jahres wird ab 9.30 MEZ weltweit live übertragen. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden in Hinblick auf das Event ergriffen. 200 neue Überwachungsanlagen wurden in und rund um den Vatikan aufgestellt. Hunderte Sicherheitskräfte sind rund um den Petersplatz im Einsatz. Am Dienstag wird der Flugraum über Rom gesperrt. Der Transport von Waffen, sowie der Gebrauch von Knallkörpern wurde in Rom bis Mittwoch verboten.

„Gefahren für die öffentliche Sicherheit gibt es immer. Wir wollen keine Angst schüren, wir unterschätzen jedoch nichts“, sagte der italienische Premier Matteo Renzi im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Sonntag. Innenminister Angelino Alfano versicherte, dass die Stadt Rom bestens für den Pilgeransturm in den kommenden Wochen gerüstet sei.

Die Sorge vor Anschlägen scheint sich jedoch negativ auf den Tourismus in der Ewigen Stadt auszuwirken. Nach Angaben des Reiseportals Trivago haben 17 Prozent der Hotels in Rom über die Tage rund um den Marienfeiertag am 8. Dezember ungebuchte Zimmer. Die Preise für Hotelzimmer seien günstiger als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ixe befürchten 55 Prozent der Italiener Anschläge während des Heiligen Jahres.

Am Dienstagnachmittag ist für den Papst ein weiterer Termin mit einem Pilgeransturm vorgesehen. So wird er an der Mariensäule vor der Spanischen Treppe in Rom beten. Zu der traditionellen Visite des Papstes werden mehrere Tausend Menschen zur Piazza di Spagna strömen. Am Fuß der Säule wird der Papst ein Blumengebinde in den vatikanischen Farben Gelb und Weiß niederlegen. Die Mariensäule wurde 1856 errichtet, um an das von Papst Pius IX. zwei Jahre zuvor erlassene Dogma der Unbefleckten Empfängnis Marias zu erinnern.




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