Letztes Update am So, 06.12.2015 11:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Auf und Ab der Topclubs sorgt für spannendes Herbstfinish



Wien (APA) - Das Rennen um die Winterkrone in der Fußball-Bundesliga bleibt bis zum Schluss offen. Mangelnde Konstanz bei den drei Spitzenclubs Austria, Rapid und Salzburg haben für eine hochspannende Ausgangslage vor letzten Runde vor der Winterpause gesorgt. Die Achterbahnfahrt setzte sich auch am Samstag bei der 0:2-Schlappe von Tabellenführer Austria bzw. dem 2:1-Arbeitssieg Rapids über die Admira fort.

Großer Jubel in Grün-Weiß sieht anders aus. Denn gegen Ried mussten die Hütteldorfer vor der Herbst-Negativkulisse von 12.700 Zuschauern erst ein frühes 0:1 (19.) aufholen und konnten über die gesamten 90 Minuten spielerisch nicht völlig überzeugen, auch wenn der Dreipunkter letztlich verdient war. „Wir haben sehr viel arbeiten müssen für diesen Erfolg“, sagte Trainer Zoran Barisic, der den größten Pluspunkt im mentalen Bereich ortete: „Die Einstellung der Mannschaft hat mir gefallen. Das war nach dem Admira-Spiel das Wichtigste“, erklärte er im Hinblick auf das 1:2 bei der Admira drei Tage zuvor.

Auch er muss sich mit mangelnder Konstanz seiner Truppe beschäftigen. „Es sind keine Maschinen, die immer so funktionieren wie wir es uns vorstellen“, erklärte er gegenüber Sky Sport Austria. „Wir sind ein sehr junges Team, das immer wieder Schwankungen unterliegt.“ Siegestorschütze Philipp Schobersberger (76.) führte dafür auch die Doppelbelastung durch die Europa League an: „Man merkt, dass wir diese Saison schon viele Spiele gehabt haben und die Beine ein wenig müde sind. Das darf aber keine Ausrede sein.“

Stefan Schwab, der mit dem schnellen Ausgleich (22.) die Trendwende einleitete, pochte so wie Barisic auf den psychologischen Effekt. „Wir haben einen verdienten Sieg gelandet und die drei Punkte mitgenommen. Das war das Wichtigste - und dass wir uns nach der schwachen Leistung in der Südstadt gut präsentiert haben“, sagte der Mittelfeldmann.

Zum Abschluss bekommt es sein Team am kommenden Sonntag im Schlager auswärts mit Salzburg zu tun, hat allerdings am Donnerstag noch das letzte Europa-League-Gruppenspiel im Prater gegen Dinamo Minsk vor sich. Kapitän Steffen Hofmann, gegen Ried geschont, wird da wohl wieder dabei sein. Er hat leichte Probleme mit Knie und Wade und wurde daher nicht einmal eingewechselt.

Einen Punkt vor Rapid lag am Samstagabend noch immer Lokalrivale Austria - trotz des 0:2 beim WAC. Salzburg hatte am Sonntag in Mattersburg freilich die Chance, die Austria mit einem Sieg wieder von der Spitze zu verdrängen. Schon am Mittwoch hatten die violetten Akteure das Mantra von der Momentaufnahme vor sich hergetragen, so als hätte man die Pleite gegen den Nachzügler bereits gerochen.

Nur eine Mannschaft, die nach einem Sieg nachlegen kann, sei eine wirklich gute, hatte Fink im Anschluss an das 2:1 über Sturm Graz am Mittwoch sinngemäß gemeint. Gemäß dieser Erkenntnis hat die Austria noch viel Arbeit vor sich. Auch das ein Satz, den Fink immer wieder betont. Ohnehin heißt das offizielle Ziel des Deutschen nach wie vor Platz drei.

Die Enttäuschung nach der matten Vorstellung in Kärnten konnte aber auch Fink nicht verbergen. „Das war bisher unsere schlechteste Saisonleistung“, stellte er trocken fest. Mittelfeldakteur Alexander Gorgon stieß ins selbe Horn. „Wir haben nahezu alles vermissen lassen aus dem letzten Spiel. Wir sind in dieser Saison schon öfter nicht gut in eine Partie gestartet, haben uns aber später immer wieder erfangen. Heute ist gar nichts gegangen“, wurde Gorgon auf der Homepage der Favoritner zitiert.

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen musste Gorgon die zweite Niederlage innerhalb von sieben Tagen verdauen - und damit so viele wie in der gesamten Saison zuvor. Finks Erklärung war eine in der Bundesliga sattsam bekannte, dürfte die Fans aber nicht eben beruhigen: „Der WAC steckt im Abstiegskampf, wir wollten schön spielen. Das war das Problem.“

Angesichts dessen muss sich der Coach für das Heimduell mit Altach am kommenden Samstag zum Jahresabschluss dringend etwas einfallen lassen. Denn auch die Vorarlberger sind nicht gerade als Schönspieler verschrien - und kämpfen so wie der WAC um den Klassenerhalt. Auch nicht beruhigend: Der achtfache Saisontorschütze Olarenwaju Kayode, der am Samstag als Joker nach nicht einmal einer halben Stunde angeschlagen vom Platz musste, ist neuerlich fraglich. Zwar erlitt der Nigerianer „nur“ ein Knochenmarksödem, sein Einsatz sei aber ungewiss, hieß es vonseiten der Wiener.




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