Letztes Update am So, 06.12.2015 12:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Gladbach stoppte im Klassiker den Erfolgslauf der Bayern



Mönchengladbach (APA/dpa) - Nach dem ersten Ausrutscher des FC Bayern München wittert die Konkurrenz ein wenig Morgenluft. Durch die 1:3-Niederlage der Münchener beim Angstgegner Borussia Mönchengladbach und den anschließenden Last-Minute-Sieg von Borussia Dortmund in Wolfsburg (2:1) beträgt der Vorsprung des Rekordmeisters nur noch fünf Punkte.

Für Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer war die Pleite aber allenfalls ein Warnschuss. „Wir werden unsere Lehren daraus ziehen. Es ist keine Niederlage, die uns umwirft“, meinte Sammer nach der zweiten Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach in diesem Jahr. Noch ist der Vorsprung auf die Dortmunder nicht alarmierend geschmolzen, aber Sammer forderte schnelle Besserung: „Man muss auch mit einer Niederlage umgehen, das haben wir in den Spielen bis Weihnachten zu beweisen.“

Auch Pep Guardiola hat seine Erkenntnisse aus dem Auftritt im Borussia-Park gezogen. „Wir müssen lernen, dass wir die Kontrolle nicht so schnell verlieren“, befand der Coach, dessen Team nach der Pause durch die Treffer von Oscar Wendt (54.), Lars Stindl (66.) und Fabian Johnson (68.) innerhalb einer Viertelstunde auf die Verliererstraße geriet.

Mönchengladbach ist jedenfalls nach turbulentem Saisonstart zur Mannschaft der Stunde in der deutschen Bundesliga aufgestiegen. Das Team ist unter Andre Schubert, der dem glücklosen Lucien Favre nachfolgte, nun schon seit zehn Liga-Spielen unbesiegt. Der neue Chefcoach hat mit seiner Art frischen Wind ins Team gebracht, gegen die Bayern vertraute er mit Andreas Christensen, Mo Dahoud und Nico Elvedi auf drei 19-Jährige in der Startelf.

Die überraschende Niederlage passte dem alten Titel-Rivalen der Bayern prima ins Bild. Nach dem in letzter Minute gesicherten 2:1-Sieg im Verfolgerduell mit dem VfL Wolfsburg hat sich der BVB als alleinige zweite Kraft etabliert. Trainer Thomas Tuchel war völlig aus dem Häuschen, vermied aber eine Kampfansage. „Wir sind weit davon entfernt, die Bayern irgendwie zu jagen“, betonte der Coach. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc befand nach der dramatischen Schlussphase aber auch: „Das war schon ein Ausrufezeichen.“

Viele Emotionen brachte auch die 0:1-Heimniederlage des 1. FC Köln von Trainer Peter Stöger gegen den FC Augsburg. Kölns österreichischer Stürmer Philipp Hosiner fiel nach einer harmlosen Aktion im Strafraum so wirkungsvoll hin, dass Schiedsrichter Daniel Siebert auf den Elfmeterpunkt zeigte. Den bearbeitete Augsburg-Torhüter Marwin Hitz mit den Stollen seines Schuhwerks dann heftig - und erfolgreich. Strafstoßschütze Anthony Modeste rutschte weg, und der FCA-Keeper konnte den allerdings auch sehr schwachen Versuch entschärfen. „Es ist nicht die fairste Aktion. Das muss ich zugeben“, gestand Hitz danach.

Die Tor-Flaute der Kölner wurde dadurch jedenfalls prolongiert. In den jüngsten sieben Liga-Spielen haben die Kölner nur in einer einzigen Partie (2:1 gegen Leverkusen) getroffen. „Immer die alte Leier. Wir treffen einfach nicht“, ärgerte sich Hosiner.

Sauer wegen fehlender Abschlussstärke war auch Michael Gregoritsch nach der 1:3-Heimniederlage gegen Mainz. „Es fühlt sich beschissen an, so zu verlieren. Mainz macht aus den ersten zwei Chancen zwei Tore und uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit. Insbesondere mir fehlt sie. Ich hatte klare Chancen, ärgere mich richtig“, wird Österreichs U21-Teamstürmer auf der „kicker“-Webseite zitiert. Auf der Club-Homepage gelobte er, daran zu arbeiten: „Ich muss jetzt intensiv trainieren, um die Ruhe vor dem Tor zurückzubekommen.“




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