Letztes Update am Mo, 07.12.2015 09:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Salzburg denkt nur an Rapid - Trainersuche hintangestellt



Salzburg/Mattersburg (APA) - Das erste von zwei Spielen unter Interimscoach Thomas Letsch hat für Fußball-Meister Red Bull Salzburg mit einem 0:0 in Mattersburg am Sonntag nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Wie es auf dem Trainerposten nach der Winterpause weitergeht, ist völlig offen. Vorerst zählt für die Bullen nur der Schlager zum Jahresabschluss am Sonntag (16.30 Uhr) zu Hause gegen Rapid.

Mit seiner persönlichen Zukunft wollte sich Letsch nach seiner Premiere noch nicht beschäftigen. „Wir konzentrieren uns auf diese zwei Spiele. Das erste war vom Ergebnis her nicht zufriedenstellend, alles andere ist uninteressant“, meinte der 47-jährige Deutsche, der nach der Trennung von Landsmann Peter Zeidler vom Farmteam FC Liefering zur Bundesliga-Equipe hochgezogen worden war.

Ausgeschlossen hat es die sportliche Führung der Salzburger nicht, mit Letsch auch ins Frühjahr zu gehen. Die Vereinbarung gilt aber nur für die zwei Partien. Letsch sollte neue Energie und Schwung reinbringen, erklärte Sportchef Christoph Freund. „Das hat man auch gesehen. Von der Mentalität und von der Leidenschaft, die wir gezeigt haben, war es schon positiv. Das Ergebnis ist aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Ein Punkt ist einfach zu wenig.“

Dabei mussten die Mattersburger ohne ihren erkrankten ÖFB-Teamspieler Karim Onisiwo auskommen. Der 23-Jährige wird mit allen heimischen Großclubs, darunter auch Salzburg, in Verbindung gebracht. „Karim ist ein interessanter Spieler, der eine sehr gute Entwicklung gemacht hat“, sagte Freund im Sky-Interview. Derzeit gelte die ganze Energie aber dem Rapid-Spiel am Sonntag.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Daher ist vorerst auch die Trainersuche hintangestellt. Sein früherer Chef als Salzburg-Sportdirektor, Ralf Rangnick, habe mit der Ablöse von Zeidler jedenfalls nichts zu tun gehabt, versicherte Freund. „Ralf Rangnick ist Trainer und Sportdirektor in Leipzig. Wir sind immer wieder im Austausch. Er wurde darüber informiert“, betonte der Salzburger.

Vor dem ersten Auftritt in Mattersburg hatte Letsch erst zweimal mit dem Team trainiert. „Es ist eine gewisse Handschrift zu erkennen, ich bin positiv überrascht“, sagte Torhüter Alexander Walke. Das Spiel im Burgenland sei „ein guter Schritt in die richtige Richtung“ gewesen. „Die Leistung war einigermaßen ordentlich“, ergänzte Andreas Ulmer. „Spielerisch war es leider zu wenig“, befand Stefan Lainer.

Letsch hatte sich mit einem neuen 4-3-3-System versucht, kehrte nach der Pause aber zum unter Zeidler gewohnten 4-4-2 zurück. Mit der Leistung war er zufrieden, mit dem Ergebnis nicht. Der Interimscoach forderte mehr Konsequenz vor dem Tor: „Es geht jetzt am Ende des Jahres nicht mehr darum, taktisch irgendwelche komplizierten Dinge zu machen. Da geht es nicht darum, schön zu spielen, sondern den absoluten Willen an den Tag zu legen.“

Sonderlob gab es diesbezüglich für Mittelfeldspieler Valon Berisha oder Innenverteidiger Paulo Miranda. Auch das Debüt des Südkoreaners Hwang Hee-chan, den er aus Liefering mitgenommen hatte, bezeichnete Letsch als „absolut gelungen“.

Ob er im Schlager gegen Rapid wieder auf Abwehrchef Martin Hinteregger zurückgreifen kann und will, ist völlig offen. Der ÖFB-Teamspieler war von Vorgänger Zeidler wegen „unprofessionellen Verhaltens“ schon zweimal aus dem Kader gestrichen worden. Laut Clubangaben laboriert er derzeit an Oberschenkelproblemen. Letsch wollte nicht zu viele Worte verlieren: „Ich hoffe, dass er bald wieder dabei ist.“ Hintereggers Vertrag in Salzburg läuft noch bis 2019. Der 23-Jährige dürfte aber nicht nur an einem Wechsel interessiert sein, sondern sich zuletzt auch disziplinäre Fehltritte geleistet haben.

Gegen Rapid geht es möglicherweise noch um die Winterkrone. Beiden Verfolgern fehlt ein Punkt auf Tabellenführer Austria, der am Samstag (16.00 Uhr) Altach empfängt. Rapid absolviert davor am Donnerstag (19.00 Uhr) zu Hause noch sein abschließendes Europa-League-Gruppenspiel gegen Dinamo Minsk. In beiden Saisonduellen mit Salzburg hat bisher das Auswärtsteam mit 2:1 die Oberhand behalten.




Kommentieren