Letztes Update am Mo, 07.12.2015 10:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haushoher Sieg der Front National bei Regionalwahlen in Ostfrankreich



Paris (APA/dpa) - Die rechtsextreme Front National (FN) hat in Ostfrankreich ebenso wie landesweit die erste Runde der französischen Regionalwahlen klar gewonnen. Nach den amtlichen Ergebnissen des französischen Innenministeriums von Montag erreichte die Partei von Marine Le Pen in der Großregion Elsass-Lothringen-Champagne-Ardenne 36,6 Prozent.

Ihr Spitzenkandidat Florian Philippot sprach von einer „neuen Hoffnung“ für die Region. An zweiter Stelle steht die bürgerliche Liste des bisherigen Präsidenten der Region Elsass, Philippe Richert, mit 25,8 Prozent, gefolgt von den Sozialisten mit ihrem Spitzenkandidaten Jean-Pierre Masseret, die 16,1 Prozent erhalten. Im Vergleich zu Lothringen und Champagne-Ardenne halten sich die Bürgerlichen im Elsass etwas besser.

Bemerkenswert ist das gute Ergebnis der Regionalisten-Partei „Unser Land“, die in der Ostregion 4,7 Prozent erreichte, obwohl sie hauptsächlich im Elsass bekannt ist. Die Regionalisten haben sich entschieden gegen die Fusion engagiert, aus Sorge um den Verlust der Eigenständigkeit des Elsass.

Für die zweite Runde am kommenden Sonntag werden Sozialisten versuchen, sich mit Linksparteien und Grünen zu verbünden, um den Siegeszug der FN zu stoppen. Der Chef der Republikaner, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat in einer ersten Stellungnahme jedes Bündnis gegen die FN abgelehnt.

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Nach dem Erfolg der rechtsextremen Front National (FN) bei den Regionalwahlen in Frankreich sollten die etablierten Parteien nach Ansicht des Grünen-Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit bei der Stichwahl auf Nichtwähler setzen. Die Wähler der Front National werde man dagegen nicht zurückgewinnen, sagte Cohn-Bendit am Montag im Deutschlandfunk - auch nicht mit einer Politik, die der der Rechtsextremen ähnele.

Möglich mache einen Wahlsieg der FN auch das französische Mehrheitswahlrecht, sagte Cohn-Bendit weiter. Mit einem Verhältniswahlrecht könnten die Konservativen und die Sozialisten eine Große Koalition bilden. „Dann wäre die Sache erledigt, und die Regionen könnten nicht an die extremen Rechten fallen.“




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