Letztes Update am Mo, 07.12.2015 10:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Börse Frankfurt tendiert nach guten US-Vorgaben fester



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche ist es am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart wieder kräftig aufwärts gegangen. Die zuletzt gut gelaufene Wall Street sorgte für den nötigen Schub. In den USA hatte am Freitag ein sehr starker Arbeitsmarktbericht ein Kursfeuerwerk ausgelöst, dem nun am Montag auch der DAX folgte.

So baute der deutsche Leitindex am Vormittag seine Gewinne auf zuletzt 1,65 Prozent auf 10.929,93 Punkte aus. Die Anleger fassten wieder Mut, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Die Enttäuschung über die moderater als erhofft ausgefallenen geldpolitischen Eingriffe der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten den DAX in der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt. Der gute US-Arbeitsmarktbericht hatte sich aber schon am Freitag leicht positiv auf den deutschen Aktienmarkt ausgewirkt - der DAX hatte zumindest seinen Wochenverlust auf knapp 5 Prozent eindämmen können.

Noch kräftiger als der DAX zogen am Montagmorgen die übrigen wichtigen deutschen Indizes an: Der MDAX stand zuletzt 1,79 Prozent höher bei 21.278,23 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 1,91 Prozent auf 1.870,34 Punkte nach oben.

Alle Blicke richten sich nun auf die nächste Notenbank - die Federal Reserve (Fed) der USA. Sie könnte Mitte Dezember ihren Leitzins erstmals seit der Finanzkrise wieder anheben. Dabei hat die Zinswende einen Teil ihres Schreckens verloren: Offenbar gingen inzwischen mehr Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Wirtschaft einen höheren Leitzins verkraften könnte, begründeten Börsianer die positive Reaktion der Anleger auf den Arbeitsmarktbericht. Höhere Zinsen sorgen aber dafür, dass Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren.

In Deutschland ist das verarbeitende Gewerbe mit einem leichten Produktionszuwachs ins vierte Quartal gestartet. Der Zuwachs bewege sich aber deutlich unter den Erwartungen, kommentierten die LBBW-Experten. Zudem präsentiert die Europäische Zentralbank am Nachmittag ihren Monatsbericht zu ihren Anleihekäufen ihm November.

Unter den Einzelwerten gerieten die Titel von Merck KGaA ins Rampenlicht. Der Darmstädter Pharmakonzern muss einen Rückschlag verdauen, denn der Medikamenten-Kandidat Evofosfamide bei Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs hat sich als Fehlschlag erwiesen. Merck wird keinen Zulassungsantrag für das Mittel einreichen. Die Aktie gab als schwächster DAX-Wert mehr als ein Prozent ab; vorbörslich war die Aktie allerdings noch deutlich stärker abgerutscht.

Die Linde-Aktie reagierte zunächst kaum auf die Ankündigung der Übernahme der auf Beatmungstherapien spezialisierten American HomePatient. Das Papier war in der vergangenen Woche infolge eines pessimistischeren Ausblicks auf Sinkflug gegangen und stand nun zuletzt gut ein halbes Prozent höher.

Zudem bewegten einige Analystenkommentare: Die Aktien von Südzucker erholten sich von ihren jüngsten Verlusten und kletterten mit einem Aufschlag von rund 4 Prozent an die MDAX-Spitze, nachdem Händlern zufolge die Experten von Kepler Cheuvreux das Kursziel angehoben hatten.

Ebenfalls stark zeigten sich Hella-Papiere, die Kepler Cheuvreux laut Börsianern frisch zum Kauf empfiehlt. Der Kurs des Autozulieferers verteuerte sich zuletzt um mehr als 3 Prozent.

Papiere des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones landeten nach einer Verkaufsempfehlung der britischen Investmentbank HSBC hingegen mit knapp 1 Prozent Kursverlust am MDAX-Ende.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA119 2015-12-07/10:15




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