Letztes Update am Mo, 07.12.2015 11:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vatileaks-2-Prozess: PR-Agentin will Staatssekretär Parolin vorladen



Vatikanstadt (APA) - Der Prozess gegen fünf Personen wegen unerlaubter Veröffentlichung vertraulicher Dokumente über finanzielle Missstände im Vatikan ist am Montag nach einer einwöchigen Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Bei der Gerichtsverhandlung wurde der spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda vernommen, der sich seit über einem Monat in Untersuchungshaft im Vatikan befindet.

Bei der Verhandlung am Montag war auch die mitangeklagte PR-Agentin Francesca Chaouqui anwesend. Diese will eigenen Angaben zufolge circa zehn Personen als Verteidigungszeugen vorladen. Zu ihnen zählt laut italienischen Medien auch der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin. Chaouqui beteuerte ihre Unschuld und dementierte heftig eine sexuelle Beziehung zu Vallejo Balda, den sie wegen Verleumdung verklagt hatte. Dieser hatte gegenüber den vatikanischen Staatsanwälten eine Liebesbeziehung zu der 32-jährigen PR-Beraterin gestanden.

Dutzende Kamerateams warteten auf die angeklagten Journalisten Emiliano Fittipaldi und Gianluigi Nuzzi. Diese äußerten vor der Fortsetzung des Prozesses die Hoffnung, dass die vatikanische Justiz die Verteidigungsrechte respektieren werde. Den Angeklagten drohen bis zu acht Jahren Haft.

Chaouqui, Vallejo Balda und ein dritter Angeklagter, alle drei Ex-Mitglieder der vatikanischen Wirtschaftskommission COSEA, werden beschuldigt, den Journalisten vertrauliche Dokumente über Veruntreuung von Geldern im Vatikan zugespielt zu haben. Diese Informationen wurden in Sachbüchern der beiden Journalisten veröffentlicht, die vor einem Monat erschienen sind.

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