Letztes Update am Mo, 07.12.2015 11:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Obama droht dem IS: „Wir werden die Terroristen zerstören“



Washington (APA/dpa/Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) den entschlossenen Kampf angesagt. Nach dem Blutbad im kalifornischen San Bernardino mit 14 Todesopfern versprach er den Amerikanern in einer Rede an die Nation, die Miliz und andere extremistische Organisationen, die eine Bedrohung darstellten, „zu zerstören“.

Es gebe eine Strategie zur Vernichtung des IS, fügte Obama in seiner Ansprache aus dem Oval Office am Sonntagabend (Ortszeit) hinzu. 65 Länder hätten sich der von den USA geführten Koalition bereits angeschlossen.

In der Stadt nahe Los Angeles hatte ein bewaffnetes Ehepaar am vergangen Mittwoch in einer Sozialeinrichtung 14 Menschen getötet und 21 verletzt, bevor es selber von der Polizei erschossen wurde. Erstmals nannte Obama die Tat nun direkt einen „Akt des Terrorismus, um amerikanische Menschen zu töten“. Die beiden Todesschützen hätten nicht direkt einem ausländischen Terrornetzwerk angehört, aber sie hätten „den dunklen Weg der Radikalisierung eingeschlagen“.

Das US-Militär werde nun weiterhin Jagd auf „terroristische Verschwörer“ machen, wo immer sie sich befänden, sagte Obama. Konkrete neue Maßnahmen nannte er in der Ansprache nicht. Forderungen nach der Entsendung von Bodentruppen nach Syrien oder in den Irak erteilte der US-Präsident erneut eine Absage. Er betonte, die USA arbeiteten eng mit „Freunden und Alliierten“ zusammen, darunter EU-Staaten, der Türkei und muslimisch geprägten Ländern.

Die von den USA angeführte Koalition gegen den IS traf bei einem Luftschlag in Syrien indes erstmals Truppen des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Vier Angehörige des syrischen Militärs seien bei dem Angriff in der von der Islamisten-Miliz IS kontrollierten östlichen Provinz Deir al-Zor getötet worden, berichtete die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Türkei hält die Luftangriffe des Westens und Russlands indes allein für nicht ausreichend zum Sieg gegen den IS. Es sei eine schlagkräftige Truppe am Boden zur Unterstützung der gemäßigten Opposition nötig, sagte Außenminister Mevlut Cavusoglu am Montag dem Sender Kanal 24.

Für Friktionen zwischen der Türkei und der irakischen Regierung sorgt inzwischen eine Abordnung türkischer Truppen im Nordirak. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hatten am Freitag rund 150 Soldaten und etwa 25 Panzer die Grenze zum Irak überquert, um ein Bataillon in der Region abzulösen. Türkische Soldaten trainieren demnach seit zweieinhalb Jahren kurdische Peschmerga, die im Nordirak gegen die Terrormiliz IS kämpfen.

Bewaffnete irakische Gruppen planen nach einem Medienbericht Entführungen von Türken in Bagdad, um Ankara zum Abzug seiner Soldaten aus dem Nordirak zu zwingen. In den vergangenen beiden Tagen habe es deswegen „intensive Treffen“ gegeben, berichtete die arabische Tageszeitung „Al-Sharq al-Awsat“ am Montag. Hadi al-Amiri, einer der wichtigsten Führer schiitischer Milizen im Irak, drohte der Türkei zugleich, ihre Panzer zu zerstören, wie die Nachrichtenseite Shafaaq News meldete.




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