Letztes Update am Mo, 07.12.2015 12:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsch-französische Parlamentariergruppe warnte vor Le Pen-Erfolg



Paris/Wien (APA/AFP) - Der Wahlsieg der rechtsextremen Front National (FN) bei den Regionalwahlen in Frankreich ruft gemischte Reaktionen hervor: Der Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentariergruppe, Andreas Jung (CDU), sieht die Europäische Union durch mögliche weitere Erfolge der FN bedroht. FPÖ-Politiker gratulierten der FN am Montag in einer Aussendung zum Wahlerfolg.

Es sei „nicht vorstellbar“, wie die Zusammenarbeit in Europa etwa bei einem Wahlsieg von FN-Chefin Marine Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen 2017 weiter möglich sein solle, sagte Jung am Montag dem Rundfunksender SWR. Eine französische Präsidentin Le Pen wäre „ein Totalschaden für den deutsch-französischen Motor“ der EU, sagte Jung weiter. Die FN-Vorsitzende stelle „eigentlich alles das infrage, was europäische Errungenschaften sind“. Für den CDU-Politiker wäre es auch unvorstellbar, die jetzige Solidarität Deutschlands für Frankreich beim militärischen Vorgehen gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Le Pen fortzuführen. Jung sieht in den 16 Monaten bis zur Präsidentschaftswahl noch ausreichend Gelegenheit, einem weiteren Vormarsch der Rechtsextremen Einhalt zu gebieten.

FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache und FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament Harald Vilimsky gratulierten indes am Montag FN-Chefin Marine Le Pen und dem Front National in einer Mitteilung zum Wahlerfolg. Die Wahlen hätten auch gezeigt, dass die Chancen für Marine Le Pen, 2017 als Präsidentin in den Elysee-Palast einzuziehen, „enorm hoch“ seien. Strache betonte, dass das Wahlergebnis „Vorbildwirkung für ganz Europa“ habe. Vilimsky hob hervor, dass das Ergebnis auch eine Bestätigung der konsequenten EU-kritischen Arbeit Marine Le Pens sei.




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