Letztes Update am Mo, 07.12.2015 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU sucht nach Strategie gegen Airlines aus Golfstaaten



Brüssel (APA/Reuters) - Die EU-Kommission will die europäischen Fluglinien besser für den Konkurrenzkampf mit Anbietern aus der Golfregion wappnen. Die Brüsseler Behörde kündigte am Montag im Rahmen einer neuen Luftfahrtstrategie an, bei den EU-Staaten die Aufnahme von Verhandlungen über Luftverkehrsabkommen mit Drittstaaten zu beantragen.

Dazu sollten auch neue Maßnahmen zur Bekämpfung unlauterer Praktiken von Drittländern und Betreibern aus diesen Staaten geprüft werden, hieß es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Konkrete Gesetzesvorschläge sollen indes erst im kommenden Jahr vorgelegt werden.

Die EU-Behörde will mit dem Aktionsplan die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie stärken und deren Fragmentierung eindämmen. Die Verhandlungen mit den ölreichen Vereinigten Arabischen Emiraten, mit Kuwait und Katar dürften sich als schwierig gestalten, da EU-Airlines wie die AUA-Mutter Lufthansa und Air France fordern, in den Abkommen das Thema Staatsbeihilfen zu integrieren. Die Fluglinien Emirates und der Air-Berlin-Anteilseigner Etihad weisen indes den Vorwurf zurück, sich unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Im kommenden Jahr will die EU-Kommission zudem neue Regeln zum Eigentumsrecht vorschlagen. Bisher dürfen Firmen aus dem Ausland nur bis zu 49 Prozent an EU-Fluglinien halten. Etihad besitzt beispielsweise 29 Prozent an Air Berlin und 49 Prozent an Alitalia. Die EU-Luftfahrtkonzerne, die pro Jahr 110 Mrd. Euro zur Wirtschaftsleistung der EU beitragen, stehen unter schwerem Druck durch den Aufstieg der Anbieter aus der Golfregion und Ländern wie der Türkei sowie China.




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