Letztes Update am Mo, 07.12.2015 14:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Spaniens Küstenwache rettet 47 vor Gran Canaria



Madrid/Vatikanstadt (APA/AFP) - Die spanische Küstenwache hat am Montag zahlreiche afrikanische Flüchtlinge im Atlantik gerettet. 47 Bootsflüchtlinge seien 280 Kilometer südlich von Gran Canaria aufgegriffen worden, teilten die Behörden mit. Die Menschen sollten anschließend auf die Insel gebracht werden.

Der Vorfall könnte darauf hindeuten, dass die Route über die Kanarischen Inseln erneut Flüchtlinge aus Westafrika anzieht. Nachdem diese Fluchtroute vor zehn Jahren stark frequentiert war, hatte die Zahl der Flüchtlinge nach Abkommen zwischen Spanien und den afrikanischen Herkunftsländern deutlich abgenommen. Lag die Zahl der Flüchtlinge im Jahr 2006 bei 30.000, kamen 2014 nur 296 Flüchtlinge auf die Kanarischen Inseln.

Auch im Mittelmeer wurden erneut zahlreiche Flüchtlinge gerettet. Wie die italienische Küstenwache am Montag mitteilte, wurden am Samstag mehr als 700 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aufgegriffen. 603 Menschen wurden demnach von drei Schiffen gerettet, 133 weitere von einem Schlauchboot. Alle seien weiter nach Sizilien gebracht worden, wo sie am Montag eintrafen.

Die Zahl der nach Italien kommenden Flüchtlinge hatte zuletzt abgenommen. Kamen zwischen Juni und August täglich noch mehr als 760 Flüchtlinge an, lag die Zahl im November bei rund hundert pro Tag. Nach UNO-Angaben kamen seit Jahresbeginn bereits mehr als 894.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa, 144.000 davon nach Italien.

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Papst Franziskus würdigte Süditalien, wo die meisten der in das EU-Land kommenden Flüchtlinge eintreffen, in einer Videobotschaft am Sonntagabend als „Beispiel für die ganze Welt“. Die Mitarbeiter der Küstenwache bezeichnete er als „mutige Männer und Frauen“. Im Gegensatz zu dem oft wegen seiner Mafiastrukturen und Korruption verschrienen Süden Italiens hat sich der wohlhabendere Norden des Landes in der Flüchtlingskrise bisher weniger aufnahmebereit gezeigt.




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