Letztes Update am Mo, 07.12.2015 15:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Hundstorfer „erschüttert“ über EU



Brüssel (APA) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat sich besorgt über den Zustand Europas angesichts der Flüchtlingsproblematik gezeigt. Es gebe „ein gewisses Abdriften“, sagte Hundstorfer nach einem EU-Sozialministerrat am Montag in Brüssel. Der jüngste Rechtsruck in Frankreich, Polen und Lettland mache eine Lösung noch schwieriger.

„Ein gemeinsamer Aufteilungsschlüssel ist notwendig“, sagte Hundstorfer. Er zeigte sich „erschüttert“ darüber, dass eine Europäische Union von 501 Millionen Einwohnern es bisher nicht schaffe, eine Million Flüchtlinge zu verteilen, sondern gleich Zäune baue. „Es kann nicht sein, dass Länder sagen: Ich nehme gar nichts.“

Es sei wichtig, dass es auf Initiative von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am 17. Dezember in Brüssel eine Zusammenkunft der am meisten betroffenen EU-Staaten und der Türkei geben werde. Dabei stehe die Suche nach gemeinsamen Lösungen im Vordergrund und auch, wie man die anderen EU-Staaten ins Boot holen könne. „Wir müssen im nächsten Jahr eine Lösung haben.“ Diese werde sich Schritt für Schritt entwickeln.

In Österreich würden Asylwerber „weiterhin einen restriktiven Zugang zum Arbeitsmarkt haben“, während anerkannte Flüchtlinge sofort arbeiten könnten, sagte der Sozialminister. „Auch da ist die Debatte noch nicht abgeschlossen.“

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Für gemeinnützige und kommunale Projekte und Saisonarbeiter sei der Arbeitsmarkt bereits geöffnet, auch junge Asylbewerber könnten in Mangelberufen sofort eine Lehrstelle haben. Den größten Mangel gebe es derzeit bei Köchen und Kellnern in Österreich. „Ich hoffe, dass es uns doch gelingt, die (Asyl-)Verfahren in einer vernünftigen Zeit abzuschließen.“ Syrer und Afghanen müssten frühzeitig mit Deutschkursen beginnen.




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