Letztes Update am Mo, 07.12.2015 18:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Ex-UEFA-Funktionär bezweifelt Platini-Entlastungsdokument



Paris/Lausanne (APA/AFP/dpa) - Der frühere UEFA-Generalsekretär Gerhard Aigner hat die Existenz eines für Ex-Verbandschef Michel Platini entlastenden Dokuments in Zweifel gezogen. Das am Sonntag von der französischen Wochenzeitung „Journal du Dimanche“ veröffentlichte Papier aus dem Jahr 1998 soll laut seinen Anwälten helfen, die Unschuld Platinis in der Affäre um eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken zu beweisen.

„Journal du Dimanche“ berichtete, dass das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union bereits im November 1998 darüber informiert gewesen sei, dass Platini ein jährliches Honorar von einer Million Franken vom damaligen FIFA-Präsident Joseph Blatter erhalten würde. Die Zeitung bezieht sich dabei auf ein Dokument, das bei einer Exko-Sitzung am 12. November 1998 in Stockholm vorlegt worden sei.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein solches Papier gegeben hat“, erklärte Aigner nun am Montag dazu. „Platini war damals nicht Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, warum hätte sich die UEFA also für seine privaten Angelegenheiten interessieren sollen?“, fragte der 72-jährige Deutsche, der dem Verband seit den 1960er-Jahren als Funktionär angehört hatte.

2011, also knapp zehn Jahre nach der fraglichen Sitzung, wurden Platini zwei Millionen Franken überwiesen. Er und Blatter erklärten, bei der Summe handle es sich um das Honorar für Beratertätigkeiten Platinis aus den Jahren 1998 bis 2002. Die FIFA-Ethikkommission sperrte das Funktionärs-Duo zunächst für 90 Tage provisorisch, von 16. bis 18. Dezember werden die beiden von der Rechtskammer der Ethikkommission angehört. Bei beiden steht eine lebenslange Sperre für alle Fußball-Ämter im Raum.

Platini hat in der Angelegenheit bereits den Internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen. Dieser will laut einer Pressemitteilung vom Montag spätestens bis kommenden Freitag entscheiden, ob der Weltverband die Sperre gegen den Franzosen aufheben muss. Nur dann könnte Platini noch als Kandidat für die Nachfolge Blatters auf dem FIFA-Kongress am 26. Februar zugelassen werden. Bereits für Dienstagnachmittag lud der Gerichtshof die Anwälte beider Seiten zu einer Vorverhandlung nach Lausanne.




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