Letztes Update am Di, 08.12.2015 09:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: UEFA-Präsident Platini der große Abwesende bei EM-Auslosung



Paris (APA/Reuters) - Der Palais des Congres im Westen von Paris hätte auch seine große Bühne werden sollen. Michel Platini hat der Erweiterung des EM-Teilnehmerfelds von 16 auf 24 Länder die Tür geöffnet, beim ersten Höhepunkt rund um die EURO 2016 in seinem Heimatland fehlt der UEFA-Präsident aber. Platini kann wegen der Suspendierung im Zuge des FIFA-Skandals nicht an der Auslosung am Samstag (18.00 Uhr) teilnehmen.

Das einstige Idol Platini steht für zwei der größten Fußball-Erfolge seiner Heimat. 1984 führte er die „Equipe Tricolore“ bei der Heim-EM zum Triumph, der sportlich und organisatorischen erfolgreichen Heim-WM 1998 stand Platini als Chef-Organisator vor. Beim kommenden Großereignis droht dem 60-Jährigen aber statt eines Heimspiels als UEFA-Chef nur die Zuschauerrolle. Im Zuge des FIFA-Skandals hat der Fußball-Weltverband den Franzosen für 90 Tage von allen Fußball-Aktivitäten gesperrt und ihn damit auch aus dem Palais des Congres verbannt.

Dabei stand Platini wie kein anderer für die vor sechs Jahren von der UEFA beschlossene Erweiterung des Teilnehmerfeldes. „Die Entscheidung wurde im Interesse des Fußballs in Europa gefällt. Wir haben in der Qualifikation extrem umkämpfte Gruppen gesehen und viel Enthusiasmus in Ländern, die sich noch nie oder nur selten für ein großes Turnier qualifiziert haben“, erklärte Platini im Juni und konterte damit zahlreichen Kritikern, die die Qualifikation als Selbstläufer für die Top-Nationen betrachteten und eine Minderung der Attraktivität der Endrunde monierten.

Dass die Qualifikation kein Freilos war, mussten die Niederlande schmerzlich erfahren. Der WM-Halbfinalist des vergangenen Jahres scheiterte in der Qualifikation, dafür sind Länder wie Albanien, Wales, Island, Nordirland und die Slowakei erstmals dabei. Auch Österreich ist alles andere als Stammgast bei Endrunden.

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In Abwesenheit von Platini gehört die Aufmerksamkeit im Pariser Kongresspalast ganz seinem Generalsekretär Gianni Infantino. Der 45-jährige Schweizer ist den TV-Zuschauern als Zeremonienmeister der UEFA gekannt, nun strebt er aber nach Höherem. Infantino ist Kandidat für die Nachfolge von Joseph Blatter als FIFA-Präsident. Sollte Platini entgegen der aktuellen Lage doch noch als Bewerber für die Wahl am 26. Februar zugelassen werden, wird erwartet, dass Infantino aber zugunsten seines aktuellen Chefs zurückzieht.

Im Kongresspalast teilt sich Infantino die Bühne mit den ehemaligen Europameistern Bixente Lizarazu aus Frankreich und Ruud Gullit aus den Niederlanden, die als Präsentatoren vorgesehen sind. Die Auslosung nehmen Oliver Bierhoff (GER, Europameister 1996), David Trezeguet (FRA, Europameister 2000, Weltmeister 1998), Angelos Charisteas (GRE, Europameister 2004) und Antonin Panenka (CZE, Europameister 1976) vor.




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