Letztes Update am Di, 08.12.2015 10:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimaschutz-Index: Österreich rutschte weiter ab



Paris (APA) - Österreich ist auf dem Klimaschutz-Index der deutschen Umweltschutzorganisation Germanwatch von Platz 36 an die 45. Stelle zurückgefallen. Global gesehen gibt es jedoch einen erfreulichen Trend: Insgesamt deuten die vorläufigen Daten für 2014 auf abgeschwächte Zuwachsraten oder sogar einen Stillstand beim CO2-Ausstoß hin.

Bereits im vergangenen Jahr ist Österreich um fünf Plätze zurückgefallen. Der neuerliche Abstieg liegt Germanwatch zufolge an zwei Faktoren: Insbesondere in den Kategorien „Emissions-Entwicklung“ und „Klima-Politik“ schneide Österreich schlecht ab. Zudem würden schwächere Staaten aufholen.

Global stagniert dafür nicht nur der CO2-Ausstoß, auch die erneuerbaren Energien nehmen dem Index zufolge stark zu: 59 Prozent der zugebauten Kapazitäten in der Stromerzeugung erfolgte 2014 durch erneuerbare Energien. Zum ersten Mal wurden auch mehr erneuerbare Kapazitäten ausgebaut, als fossile- und Atomenergie zusammen. Ungefähr die Hälfte aller Investitionen in erneuerbare Energien kommt mittlerweile aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Die im Index aufgeführten 58 Staaten sind für mehr als 90 Prozent der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen (CO2) verantwortlich. Bereits zum fünften Mal in Folge führt Dänemark die Tabelle an. Da die ersten drei Plätze nicht vergeben werden, rangiert es auf Platz vier. Erfolgreiche Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien machen Dänemark zu einem Vorbild im Bereich Klimaschutz.

Der Vorsprung zu den nachfolgenden Plätzen, besetzt mit Großbritannien und Schweden, schwindet jedoch und es bleibt unklar, ob Dänemark seine ambitionierte Klimapolitik unter der neuen Regierung fortführen wird. Dänische Experten seien Germanwatch zufolge besorgt über die jüngsten Entwicklungen auf nationaler Ebene: Die neue Regierung stelle bereits bestehende Klima- und Energieziele infrage und kürzt die Finanzierung für Klimaschutzmaßnahmen.

Großbritannien verbesserte sich um einen Platz und klettert auf Rang Fünf. Grund ist zum einen das bereits relativ niedrige Emissionsniveau, zum anderen der kontinuierliche Ausbau erneuerbarer Energien: Allein in dieser Kategorie konnte sich das Land um zwölf Plätze verbessern. Als eines der ersten Länder verkündete die britische Regierung im November 2015 einen landesweiten Kohleausstieg.

Deutschland erreichte nur Platz 22. Der hohe Anteil von Braunkohle an der Energieversorgung führt dazu, dass das Emissionsniveau im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht besser bewertet werden konnte. Im Bereich der Erneuerbaren ist Deutschland weiterhin gut, andere Länder holen jedoch nach und nach auf.

Leichte Kritik äußert der Index an der EU. „Während die EU noch damit beschäftigt ist, sich auf eine gemeinsame Position zum Klimaschutz zu einigen und dabei ihre Führungsrolle im Klimaschutz verliert, holen andere Länder auf“, schrieb Studienautor Jan Burck. Unter den Ländern mit den höchsten Emissionen zeigen sich bei China besonders positive Entwicklungen. Auch einige der US-amerikanischen Bundesstaaten schreiten ambitioniert voran. Länder wie Marokko zeigen das große Potenzial von Entwicklungsländern im Bereich der erneuerbaren Energien auf.

(Grafik 1396-15; Format 134 x 128)




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